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Wermelskirchen
Stadt kauft alte Bahntrasse

Wermelskirchen: Stadt kauft alte Bahntrasse
So zufriedene Gesichter wie bei Karin und Alfred Fuchs, die die Korkenziehertrasse in Solingen befuhren, wünscht sich der Bürgermeister auch bei den Nutzern der künftigen Wermelskirchener Radtrasse. FOTO: RPO
Wermelskirchen. Als "Chance für die Zukunftsentwicklung" von Wermelskirchen bezeichnete der Bürgermeister am Freitag die Unterzeichnung des Vertrages. Die Stadt besitzt jetzt 16 Hektar Fläche mehr. Dort wird der Radweg ab 2010 gebaut. Von Udo Teifel

Die ehemalige Bahntrasse des Balkan-Express' gehört nun der Stadt Wermelskirchen. Gestern wurde der Vertrag beim Notar Dr. Stefan Meyer unterzeichnet. Der Stadt gehören damit die 16 Hektar Fläche, die bislang im Besitz der Deutschen Bahn waren. Dafür zahlt die Stadt rund 480 000 Euro an die Bahn. Mit dem Bau der Radtrasse soll im Laufe des nächsten Jahres begonnen werden. Erste Maßnahmen werden aber bis zum 28. Februar erfolgen (müssen): Dann wird die Trasse freigeschnitten.

Der Stadtrat hatte am Montag mit Mehrheit die Mittel für die Realisierung des Radwegs auf der alten Balkantrasse in den Haushalten 2010/2011 bereitgestellt. Der Grundsatzbeschluss war bereits im September 2008 gefasst worden. Der Förderantrag wurde im Oktober 2009 bei der Bezirksregierung Köln eingereicht. Die Vertragsunterzeichnung bis Jahresende ist wichtig, damit der Förderantrag weiterbearbeitet wird.

Annähernd vier Stunden benötigten Notar Dr. Stefan Meyer, Christof Maisenhälder von der Bahnflächen-Entwicklungs-Gesellschaft (BEG) und Heinz Schmitz vom Liegenschaftsamt, um den 20-seitigen Vertrag mit der Vielzahl von Anlagen notariell durchzuarbeiten. Bürgermeister Eric Weik freute sich: "Wir machen damit das Tor in Sachen Tourismus auf." Es sei der erste große Schritt, an die Rheinschiene anzubinden.

6,4 km lange Trasse

Der Bürgermeister betonte nochmals, dass dieser Schritt "gut und wichtig" sei; er wäre sicher leichter gefallen in einer anderen Haushaltssituation. Trotz vieler Fragezeichen sei diese Trasse "eine Chance zur Zukunftsentwicklung" der Stadt und für die städtische Infrastruktur. Die 6,4 Kilometer in Wermelskirchen sind nur ein Bruchteil des geplanten Radwegenetzes auf ehemaligen Bahntrassen in NRW, berichtete Maisenhälder.

Rund 300 Kilometer seien bis 2013 geplant – Wermelskirchen sei ein wichtiger Bestandteil zwischen dem Ring Sieg und Ruhr.         Er bezeichnete den Kauf der 16 Hektar Fläche auch als eine "Investition in die Zukunft": Diese Liegenschaft werde durch die öffentliche Hand gesichert – wenn es die BEG, eine Tochter des Landes, einmal nicht mehr gebe, würde die Deutsche Bank diese Trassen scheibchenweise verkaufen. "Für die Nachhaltigkeit ist also dieser Kauf durch die Stadt wichtig."

Auch Burscheid hat unterschrieben

 Nach Auskunft von Maisenhälder hat die Stadt Burscheid ebenfalls in dieser Woche den Kaufvertrag für die dortigen Bahnflächen unterschrieben, in Remscheid soll dies in der nächsten Woche erfolgen. In Leverkusen scheint dies jedenfalls bis Jahresfrist nicht zu schaffen zu sein. Dort gibt es noch nicht einmal einen Grundsatzbeschluss, auch wenn es dort neuerdings Tendenzen gibt, dass man den Anschluss an die Rheinschiene ermöglichen will.

Quelle: RP
 
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