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Wermelskirchen
Stadt prüft Pahl-Konzept für Abbruchhaus

Wermelskirchen: Stadt prüft Pahl-Konzept für Abbruchhaus
Das Objekt der Begierde: Wird das Abbruchhaus an der Ecke Taubengasse/Berliner Straße abgebaut und auf einer anderen Fläche wieder aufgebaut? Wird es abgerissen? Oder wird das städtische Grundstück verkauft? FOTO: Dörner (Archiv)
Wermelskirchen. Die Verwaltung sucht eine Fläche im Bereich der Hüpp-Anlage. Dorthin könnte das historische Haus versetzt werden. Von Sebastian Radermacher

Die Stadt Wermelskirchen sucht nach einer geeigneten Fläche im Bereich der Hüpp-Anlagen, die als Standort für die ehemalige Obdachlosenunterkunft genutzt werden kann, um dadurch das städtische Grundstück an der Ecke Taubengasse/Berliner Straße freizumachen. Das teilt Bürgermeister Rainer Bleek mit. Die Verwaltung prüfe zurzeit ein Konzept des Wermelskircheners Matthias Pahl, der das Objekt mit Hilfe von heimischen Investoren (überwiegend Handwerkern) retten möchte.

"Wir werden Herrn Pahl bald unsere Einschätzung zukommen lassen und ihm mitteilen, unter welchen Bedingungen er ein Grundstück für das Versetzen des Hauses nutzen kann", sagt Bleek. Dann müsse Pahl sehen, wie er das Projekt in die Tat umsetze. Die Stadt rechnet für das Ab- und wieder Aufbauen des Haues ("Translozierung") mit Kosten von etwa 180.000 Euro. Laut Aussage von Pahl müsse das Versetzen des Hauses deutlich günstiger über die Bühne gehen, damit es wirtschaftlich überhaupt Sinn mache. Wie viel günstiger er das Vorhaben in Zusammenarbeit mit örtlichen Handwerkern stemmen kann, hat der Wermelskirchener noch nicht kalkuliert. "Ich brauche erst einmal grünes Licht der Stadt, dass es ein geeignetes Grundstück gibt", sagt Pahl. Fakt sei aber, dass ein Versetzen des Hauses eine Menge Arbeit bedeute. "Wir brauchen dafür viele Helfer", betont er.

Der Vorteil: Wenn Pahl das Ab- und wieder Aufbauen des Hauses koordiniert, wäre das Grundstück an der Taubengasse ohne Kosten für den Abriss des Hauses wieder nutzbar. Laut Pahl könnte das historische Haus an anderer Stelle als eine Art "Herberge" genutzt werden. Als Leitspruch könnte er sich "Wohnen wie 1840" vorstellen. Ob das Pahl-Projekt wirtschaftlich ist, bleibt laut Rainer Bleek abzuwarten. Die wichtigste Frage sei: Wen möchte Pahl mit dieser "Herberge" in Zukunft ansprechen? Nur Pilger oder auch andere Touristen? Dann müsse natürlich geklärt werden, was mit einer Heizung, mit warmem Wasser oder Strom wäre? "Es sind noch ein paar Fragen offen. Wir schauen zurzeit, ob wir ihm eine Fläche anbieten können", sagt Bleek.

Die Nutzung des Hauses sei eine Mischung aus kommerziellem Angebot und Tourismusförderung für die Stadt. "Das Haus könnte für die touristische Entwicklung der Stadt eine Rolle spielen", sagt Bleek. Fakt ist aber: Die Stadt wird dem Wermelskirchener das Grundstück nicht schenken. Bleek: "Dann kriegen wir Probleme mit der Kommunalaufsicht." Die Verwaltung habe eine Erbpachtlösung im Auge. Wo genau im Bereich der Hüpp-Anlage ein geeigneter Platz wäre, wird noch geprüft. Bleek stellt aber klar: Die von der Politik beschlossenen neun Parkplätze im vorderen Bereich Richtung Berliner Straße werden dafür nicht "geopfert". "Diesen Bereich werden wir nicht anpacken."

Die Gründung des Vereins "Baukultur Wermelskirchen", der sich für den Erhalt des Hauses an der Taubengasse und des allgemeinen bergischen Stadtbildes einsetzen soll, ist laut Pahl noch nicht konkretisiert worden. Es gebe Interessenten, die im Verein mitarbeiten würden, Vorsitzender und Kassierer seien aber noch nicht gefunden. "In den nächsten vier Wochen müsste eigentlich eine Gründungsversammlung stattfinden. Dafür muss man aber auch einen Vorstand präsentieren können. Wir müssen abwarten", sagt Pahl.

Quelle: RP
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