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Wermelskirchen
Stadt prüft Sanierung der alten Deponie

Wermelskirchen: Stadt prüft Sanierung der alten Deponie
Das Areal Weyersbusch war einst eine Müllkippe und ist schadstoffbelastet. Von der Art einer späteren Nutzung hängt der Sanierungsaufwand ab. FOTO: Udo Teifel
Wermelskirchen. Ehemalige Müllkippe am Weyersbusch ist belastet, ebenso das frühere, jetzt leerstehende Schulgebäude. Die Verwaltung hat sondiert, welche Fördermöglichkeiten es gibt, um den Weg einer Neunutzung zu ebnen. Von Solveig Pudelski

Die Sünden der Vergangenheit liegen manchmal tief im Boden und bereiten den nachfolgenden Generationen nicht nur Kopfzerbrechen. Will man sie loswerden, entstehen hohe Kosten. Ein Paradebeispiel ist die ehemalige Deponie am Weyersbusch: Auf der rund 10.000 Quadratmeter großen Fläche wurde bis Ende der 1950er Jahre Haus- und Gewerbemüll abgekippt. Über die Folgen dieser billigen Art der Abfallentsorgung für Mensch und Umwelt machte man sich damals keine Gedanken.

Heute stellen sich die Stadt und die Politik die Frage, was mit der gut gelegenen Fläche passieren soll. In einer Vorlage für den Umweltausschuss hat die Verwaltung mögliche Optionen aufgezeigt und beleuchtet, welche Fördermöglichkeiten in Aussicht stehen. Ein Fazit: Die Konzepte für eine Neunutzung sollten möglichst konkret sein, um gute Chancen auf Gewährung von Zuschüssen zur Sanierung zu erhalten.

Mit der Vorlage reagiert sie auch auf die im Oktober 2017 gestellte Anfrage der FDP-Fraktion. Die möchte vor allem wissen, ob in den nächsten Jahren damit zu rechnen ist, dass die Deponie saniert werden muss. Doch eine akute Gefahrenabwehr droht offenbar nicht.

Derzeit steht auf dem Grundstück das in den 70er Jahren errichtete Schulgebäude, das wegen PCB-Belastung seit 2014 nicht mehr genutzt wird und leer steht. Die ebenfalls PCB-belastete Turnhalle wurde 2016 abgebrochen. Zuvor wurde die Fläche mehrfach untersucht, die Ergebnisse führten zu Nutzungshinweisen - etwa, keine Eingriffe in den Boden vorzunehmen.

2017 beschloss der Stadtrat, den Neubau für die Sekundarschule aufgrund der Bodenverunreinigung nicht - wie ursprünglich vorgesehen - am Standort Weyersbusch, sondern am Standort Realschule zu errichten. Die Nutzung der Sekundarschule ist an dem bisherigen Standort noch bis zum Jahr 2022 vorgesehen. Dieser Zeitrahmen sei für eine weitere Entwicklung und Nutzung der Fläche Weyersbusch, für die derzeit noch keine Planungen vorliegen, zu beachten. Die alten, teils PCB-verunreinigten Gebäude sollen ordnungsgemäß abgebrochen und entsorgt werden. Das Areal brach liegen zu lassen, ist offensichtlich keine Option. Demnach prüft die Stadtverwaltung, welche Zuschüsse gewährt werden, um das Grundstück so sanieren zu lassen, dass es wieder genutzt werden kann. Es sei ratsam, für den Standort Weyersbusch Nutzungen und Konzepte zu erwägen, die einen geringeren Sanierungsaufwand erfordern. Sie empfiehlt, primär ein Projekt mit dem AAV (Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung) anzustreben. Dabei läge die Förderhöhe bei 80 Prozent der Kosten, das Projekt wäre dann in Trägerschaft des AAV. Der Verband verfüge über reichlich Erfahrung auf dem Gebiet der Sanierung von Altlastenflächen. Das ganze Prozedere der Antragstellung werde einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen.

Die Stadt braucht Zeit für die Planungen zur Projektentwicklung zur weiteren Nutzung des Standortes. "Da die Fläche in jedem Fall bis 2022 als Schulstandort genutzt wird und außerdem derzeit in den technischen Ämtern der Verwaltung keine ausreichenden Kapazitäten zur Verfügung stehen, ist mit einem Beginn der Planung in dieser Wahlperiode nicht mehr zu rechnen", heißt es in der Vorlage.

Der Standort habe für die zukünftige Entwicklung in dem Stadtteil allerdings eine große Bedeutung. Diese Chance solle genutzt werden. Nutzungsmöglichkeiten sollten herausgearbeitet werden. Fazit der Stadt: Nur wenn genaue Vorstellungen bestehen, welcher Nutzung die Fläche letztendlich zugeführt werden soll, lassen sich die Schritte zur Altlastenbeseitigung gezielt und vor allem kostensparend konzipieren und umsetzen. Zeitlicher Druck für eine Umnutzung der Fläche bestehe allerdings nicht.

Quelle: RP
 
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