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Wermelskirchen
Stadt schafft Platz für 50 Flüchtlinge in Eichholz

Wermelskirchen. Vor das ehemalige Gemeindezentrum Sonne will die Stadt noch vier Doppelhaushälften bauen. Von Stephan Singer

Eine Bürgerinformationsveranstaltung brachte gestern Nachmittag für die Anwohner der Eichholzer Straße neue Pläne der Stadtverwaltung ans Licht, die die "Eichholz"-Bewohner nach eigenen Aussagen keinesfalls "einfach so schlucken" werden. Demnach will die Stadt vor das ehemalige Gemeindehaus Sonne (Eichholzer Straße 13a) bis April 2017 zwei Gebäude mit vier Doppelhaushälften errichten, um dort bis zu 50 geflüchtete Menschen, die dauerhaft nach Wermelskirchen zugewiesen sind, einzuquartieren.

Die 15 Anwesenden zeigten sich in der Mehrheit deutlich geschockt. Ihr Tenor: "Da sind zu viele Leute!" Man sperre sich nicht gegen die Unterbringung von Flüchtlingsfamilien im ehemaligen Gemeindezentrum, die Neubauten würden aber zwangsläufig eine von niemandem gewünschte Ghettobildung nach sich ziehen. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Eichholzer eine Unterschriftenaktion gestartet, um gegen die ausschließliche Unterbringung von alleinstehenden Männern in dem Ex-Schulgebäude zu protestieren (die BM berichtete). Daraufhin lenkte damals noch Bürgermeister Eric Weik ein und gestand zu, dass eine Nutzung mit Familien an diesem Standort in der ländlichen Peripherie sinnvoller sei. Die Stadt kaufte das ehemalige Gemeindehaus von der Evangelischen Kirche Dhünn und ließ es inzwischen umbauen, so dass dort vier große und ein kleines Zimmer nebst sanitären Anlagen sowie Küche zur Verfügung stehen - hier ist eine "Belegung ab August denkbar" (Tanja Dehnen, Sozialamt). Es können dort maximal vier Familien und eine Single-Person t leben.

Bürgermeister Rainer Bleek forderte die Anwohner auf, die Lage der Stadt zu berücksichtigen: "Für eine Verdichtung an diesem Standort muss ich um Verständnis bitten." Es würden mehrere Stellen planerisch bearbeitet, 60 Standorte für die Bebauung mit bezahlbarem Wohnraum hätte die Verwaltung näher untersucht. "Andere Standorte wie zum Beispiel an der Hilfringhauser Straße werden nicht bis Mitte oder Ende 2018 fertig." Bleek kündigte bereits eine nächste Bürgerinformation für die Thomas-Mann-Straße (kulturelles Zentrum) an, wo die Stadt einen Flügel anbauen und das ehemalige Italienische Zentrum in Wohnungen umwandeln will. "Die Flüchtlingssituation hat sich beruhigt. Ich will die Belegung der Sporthallen bis zum 31. Juli beenden. Sind die Erstaufnahmeeinrichtungen weg, müssen wir mit dauerhaften Zuweisungen rechnen. Wir gehen im Moment von 20 bis 25 Personen pro Monat aus."

"Vier bis fünf Familien lassen sich in der kleinen Anliegerstraße integrieren, mehr Personen sind zu viel", betonten die Anwohner ihren Standpunkt. Die zwölfjährige Cara wandte sich sorgenvoll an Bleek: "Dann traue ich mich nicht mehr mit den Inlinern auf die Straße oder mit dem Hund in den Wald!" Im Hinblick auf die anstehenden Beratungen im Stadtrat meinten die Anlieger: "Wir können jetzt nur noch auf die Vernunft der Politik hoffen!"

Quelle: RP
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