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Wermelskirchen
Stadt stellt Pläne für "Katt-Quartier" vor

Wermelskirchen: Stadt stellt Pläne für "Katt-Quartier" vor
FOTO: graf
Wermelskirchen. An der Jörgensgasse könnten eine neue Turnhalle, Kita, Quartierszentrum und Sozialwohnungen gebaut werden. Die Politik muss einen Eilbeschluss fassen, um Fördermittel zu beantragen. Die Stadt hat die Awo über die Pläne informiert. Von Sebastian Radermacher

Die Stadt Wermelskirchen hat viele Ideen zur Flüchtlingsintegration und zur Schaffung von sozialem Wohnraum. Der Plan: Unterkünfte für Flüchtlinge und auch die zugehörigen Integrationseinrichtungen sollen möglichst in innenstadtnahen "Quartieren" geschaffen werden. Ein neues Integrationsprojekt macht die Verwaltung jetzt öffentlich: Sie legt der Politik für den Haupt- und Finanzausschuss am Montag, 7. März, detaillierte Pläne für ein neues "Katt-Quartier" vor.

Die Stadt bewirbt sich mit diesem Projekt an dem Sonderprogramm "Hilfen im Städtebau für Kommunen zur Integration von Flüchtlingen" des Landes NRW und hofft auf Fördermittel. "Ob unser Antrag berücksichtigt wird, bleibt aber abzuwarten", sagt Bürgermeister Rainer Bleek. Seine Einschätzung ist nicht allzu euphorisch. Die Politik muss einen Eilbeschluss fassen, damit die Stadt die Mittel rechtzeitig beantragen kann. Ein Überblick.

Was ist das "Katt-Quartier"?

Der Name orientiert sich an der benachbarten Kattwinkelschen Fabrik. Das Gebiet des "Katt-Quartiers" zählt etwa 1600 Einwohner, es ist geprägt durch zahlreiche Schulen und öffentliche Einrichtungen.

Auf welcher Fläche würde gebaut?

Konkret geht es bei dem Projekt um das städtische Grundstück an der Jörgensgasse, auf dem zurzeit die Turnhalle, die Awo-Kita und das Gebäude der ehemaligen "Palette" (Jugendtreff) stehen. Die Fläche hat eine Größe von ungefähr 7500 Quadratmetern. Der Standort erfüllt laut Stadt alle Kriterien für das Förderprogramm. Die genannten Gebäude sollen in einem ersten Schritt abgerissen werden, an gleicher Stelle sollen dann eine neue Sportstätte, neue Kita und ein Quartierszentrum errichtet werden. Die neuen Räumlichkeiten sind vorgesehen für soziale Kontakte, Informations- und Bildungsveranstaltungen sowie Freizeitangebote und richten sich an alle im Quartier: Flüchtlinge, alteingesessene Familien, Senioren, Kinder und Jugendliche sowie Menschen mit Handicap. Außerdem soll auf einem Teil des Grundstücks in Kooperation mit einem Investor eine Anlage mit bis zu 30 Wohneinheiten (bezahlbarer Wohnraum/Sozialwohnungen) für Flüchtlinge und Menschen mit geringem Einkommen gebaut werden.

Warum gerade diese Fläche an der Jörgensgasse? Laut Stadt weist das Objekt "Palette" an der Jörgensgasse, das im Jahr 1958 errichtet wurde, einen "erheblichen Sanierungsstau" auf. Der energetische Zustand entspricht größtenteils noch dem Baujahr. Die Verwaltung bewertet eine Sanierung als "grundsätzlich unwirtschaftlich". Auch der 1972 gebaute Kindergarten weist erhebliche bauliche Mängel auf, zum Beispiel stark beschädigte Boden- und Deckenelemente und durchfaulte Wände.

Welche Kosten kämen auf die Stadt zu? Die Kosten für das Neubauprojekt an der Jörgensgasse gibt die Stadt mit insgesamt 4,35 Millionen Euro an - vier Millionen Baukosten, etwa 350.000 Euro für die Einstellung von zwei pädagogischen Fachkräften ("Quartiersmanagern") für die Dauer von drei Jahren. Das Land würde eine Fördersumme von 70 Prozent (drei Millionen Euro) übernehmen, der Eigenanteil der Stadt läge bei 1,3 Millionen Euro. "Bei solch einer Förderquote müssen wir einen Antrag stellen", meint der Technische Beigeordnete Dr. André Prusa.

Wie lange würde der Neubau "Katt-Quartier" dauern?

Angelegt ist das Projekt auf drei Jahre: In diesem Jahr könnten laut Prusa bereits der Abriss der bisherigen Gebäude und die gleichzeitige Planung der Neubauten erfolgen. "In den Jahren 2017 und 2018 könnten dann die neuen Gebäude errichtet werden."

Was bedeuten diese Pläne für die Zukunft der Awo-Kita an der Jörgensgasse?

Bürgermeister Rainer Bleek sieht das Projekt "Katt-Quartier" als eine große Chance, die marode Turnhalle und die Kindertagesstätte zu erneuern. Er betont, dass die Stadt dieses Konzept losgelöst von den Verhandlungen mit der Awo über die Zukunft der Trägerschaft erarbeitet hat. Die Awo habe eine finanzielle Lücke wegen der Tarifsteigerungen, nicht wegen der Betriebskosten. "Und wir haben ja signalisiert, dass wir der Awo bei den Betriebskosten entgegenkommen würden", sagt Bleek. Die Stadt habe die Awo über diese Quartiers-Pläne informiert. Fakt sei: Falls das Projekt umgesetzt werden könne und die Awo dann Träger der Kita sei, müsste man laut Bleek ein Ausweichquartier für die Kinder finden. "Dazu haben wir uns aber aktuell noch keine Gedanken gemacht."

Quelle: RP
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