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Wermelskirchen
Stadt stoppt illegale Altkleidersammler

Wermelskirchen: Stadt stoppt illegale Altkleidersammler
Auch dieser Altkleidercontainer eines gewerblichen Sammlers an der Berlienr Straße steht dort illegal – auf diesem Grundstück. Denn: Das Einsammeln von Wertstoffen muss genehmigt werden. FOTO: Hans Dörner
Wermelskirchen. Seitdem Erlöse am Wertstoffmarkt steigen, sind Alttextilien gefragt. Die Zahl nicht gemeldeter Container gewerblicher Sammler nimmt zu. Die Stadt baut mit dem BAV ein Sammelsystem auf. DRK und karitative Gruppen werden so geschützt. Von Udo Teifel

Die Tage der illegalen Altkleidercontainer sowie der unerlaubten Sammlungen durch das Verteilen von Säcken, Körben und Eimern in den Wohngebieten, die einen offiziellen Eindruck erweckten, sind gezählt: Ab 1. Januar 2013 übernimmt der Bergische Abfallwirtschaftsverband (BAV) das Einsammeln von Alttextilien und -schuhen im Verbandsgebiet.

Die Stadt Wermelskirchen unterstützt diesen Schritt und wird dazu im Stadtrat am 10. Dezember die Abfallsatzung ändern. "Wir stoppen damit diesen Wildwuchs von illegalen Sammlungen", so Florian Lesske vom Amt für Wirtschaftsförderung. Karitative Sammlungen, dazu zählen das DRK und auch kirchliche Initiativen und Kleiderkammern, sollen erhalten bleiben – und so besser geschützt werden.

Wie viele gewerbliche Altkleidercontainer im Stadtgebiet stehen, weiß Lesske nicht. Die seien nicht genehmigt. Anders ist das bei den DRK-Containern (5) und den kirchlichen (ebenfalls 5): Die haben eine Genehmigung; das Aufstellen sei mit der Stadt abgesprochen.

Mit dem neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz (seit 1. Juni 2012) müssen gewerbliche Sammler ihre Sammlungen anzeigen. Bei den Kreisen häuften sich plötzlich die Anträge; die Kommunen sehen jetzt die Möglichkeit, die Spreu vom Weizen zu trennen. Sie wollen die gewerblichen Sammler aus ihren Städten vertreiben. Dafür baut der BAV jetzt ein Sammelsystem auf. Für das Deutsche Rote Kreuz ist gerade die Altkleidersammlung eine wichtige Einnahmequelle. Geschäftsführerin Barbara Ritter: "Das hält den Verein noch am Leben." Denn die Spenden werden deutlich weniger. Einnahmen erwirtschaftet der Ortsverein nur aus den Blutspendeterminen, den Altkleidern und den (ehrenamtlichen) Sanitätsdiensten.

Die DRK-Container würden gut angenommen, gut erhaltene Ware wird oft direkt im DRK-Haus oder mittwochs (14 bis 17 Uhr) in der DRK-Kleiderkammer abgegeben. "Wir sortieren noch, um Bedürftigen gute Kleidung zu geben." Der Rest werde an eine Kölner Firma verkauft. Dort werde weitersortiert. "Was noch gebraucht werden kann, wird ebenfalls rausgenommen und verkauft, der Rest wird entsorgt." Das DRK sammelt jährlich etwa zwölf Tonnen Altkleider. "Altkleider sind kein Restmüll. Darum sollten die Bürger wirklich die karitativen Einrichtungen unterstützen", so Ritter.

Das Geschäft mit dem Wertstoff "Alttextilien" lohnt sich. 2011 bekam das DRK 17 Cent je Kilogramm, in diesem Jahr sind es 25 Cent.

Ob zusätzliche Container im Stadtgebiet aufgestellt werden, ist noch nicht geklärt. Das soll auf einem der nächsten Treffen mit dem BAV abgesprochen werden, so Lesske. Wie er betonte, solle der BAV sammeln und dann gute Textilien verwerten und nicht der Entsorgung zuführen. Der BAV wird die Erlöse, die erzielt werden können, in den Gebührenhaushalt fließen lassen, so Geschäftsführerin Monika Lichtinghagen-Wirths. Alle 21 Kommunen im Verbandsgebiet (Rhein-Berg und Oberberg sowie Leverkusen) werden sich dem Sammelsystem ab Januar anschließen; in Leichlingen stehen bereits die ersten BAV-Altkleidercontainer.

(RP/rl)
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