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Gottes Bodenpersonal
26 Jubelkonfirmanden feiern in Neuenhaus

Wermelskirchen. Dass Gott auch weiterhin ein "Ankerplatz im Leben" sein möge, wünschte Pfarrer Traugott Schuller den Jubelkonfirmanden in seiner Predigt beim Festgottesdienst im Stephanus-Gemeindezentrum in Hilgen-Neuenhaus. 26 Jubilare empfingen den Segen und trafen sich anschließend zum gemütlichen Beisammensein mit Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen.

Dabei warauch Marga Ritter-Hebisch - sie feierte am Tag vor der Jubelkonfirmation ihren 92. Geburtstag - die Älteste im Bunde der Jubelkonfirmanden. Marga Ritter-Hebisch wurde 1938 konfirmiert. "Für eine Jubelkonfirmation vor 78 Jahren haben wir gar kein Wort mehr. Wir sind aber unendlich dankbar, dass sie hier sind", kommentierte die Presbyteriumsvorsitzende Dorothea Hoffrogge.

Die anderen Jubelkonfirmanden erinnerten sich an ihre Konfirmationen in den Jahren 1941 (Kronjuwelenkonfirmation), 1945/46 (Gnadenkonfirmation), 1950/51 (Eiserne Konfirmation), 1955/56 (Diamantene Konfirmation) und 1965/66 (Goldene Konfirmation). Den jüngsten Jahrgang kennt Dorothea Hoffrogge noch aus ihrer Kindheit, denn damals war ihr Vater Friedrich-Günther Winckler der ausführende Pfarrer in Hilgen-Neuenhaus.

Eine besonders außergewöhnliche Konfirmation in politisch wirrer Nachkriegszeit erlebte Anita Linck (geb. Grenke) im Jahr 1946. Die heute 85-Jährige flüchtete gegen Ende des Zweiten Weltkriegs aus Breslau und landete in Mecklenburg. Da ihr Vater im Eschbachtal verwundet wurde und in Wermelskirchen im Lazarett lag, bekamen Anita und ihre Mutter die "Zuweisung" nach Wermelskirchen - heute würde das "Familienzusammenführung" heißen. Der Zeitpunkt fiel allerdings so, dass Anita Linck weder bei den angesetzten Konfirmationsterminen in Mecklenburg noch in Hilgen-Neuenhaus dabei sein konnte. Kurzerhand entschied sich der damalige Pfarrer in Hilgen-Neuenhaus, Heinrich Siebrasse, die 15-Jährige allein im Sonntagsgottesdienst zu konfirmieren. "Ich wollte nicht ein Jahr später mit den Jüngeren zur Konfirmation gehen. Im Gottesdienst musste ich alleine etwas aufsagen. Und obwohl ich gut geübt hatte, brauchte ich angesichts der vielen Menschen dann dabei doch die Hilfe vom Pfarrer", erzählte Anita Linck lachend. Besonders gefreut habe sie sich über den Gabentisch mit Geschenken, die die Gemeinde gesammelt hatte: "Ich war von den Socken, so herzlich bin ich in der Gemeinde aufgenommen worden." Anita Linck ist der Evangelischen Kirchengemeinde Hilgen-Neuenhaus seither bis heute eng verbunden. Unter anderem gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern des Kirchenchores. STEPHAN SINGER

Quelle: RP
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