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Kommen Und Gehen
Abschied und Neuanfang in Oberburg

Wermelskirchen. Wenn Adelheid und Wolfgang Gomille am 11. November in ihren letzten Arbeitstag in ihrem Café-Restaurant Kalkum in Oberburg gehen, dann tun sie dies mit einem weinenden und einem lachenden Auge. "Natürlich ist der Abschied schwer", sagt Wolfgang Gomille, dessen Großmutter das Café 1923 eröffnet hat. "Wir hatten einen sehr guten Kontakt zu unseren Gästen. Sehr viele von ihnen kommen bereits seit Jahrzehnten zu uns."

Zugleich ist der Familie - auch Tochter Stephanie Sersch arbeitet im Familienbetrieb mit - das gelungen, woran sie selbst im von Leerständen schwer gebeutelten Burg kaum geglaubt hat: Sie hat einen Nachfolger gefunden, der das Café-Restaurant an der Wermelskirchener Straße neben dem Schloss weiterführen wird. Bereits am 14. November wird Thomas Issig, selbst Oberburger und gelernter Koch, das Café-Restaurant Kalkum unter gleichem Namen wiedereröffnen.

"Dass dieser Generationswechsel in Burg lückenlos und ohne einen weiteren Leerstand vonstatten gehen wird, freut uns natürlich besonders", sagen Adelheid und Wolfgang Gomille, die ihren Nachfolger nach Kräften unterstützen wollen. "Wir hören aus Altersgründen auf. Für uns stand fest, dass einfach irgendwann Schluss sein muss", sagt Wolfgang Gomille, der gerade seinen 70. Geburtstag gefeiert hat.

Dass Oberburg Potenzial hat, davon ist Familie Gomille überzeugt. "Wir glauben daran, dass Oberburg eine Zukunft hat, und sind gespannt, wie es sich mit den neuen Ideen der Bergischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft entwickeln wird", sagt Gomille. Er kennt den Ortsteil in- und auswendig, ist hier zwischen "Brezeln, Zwieback, Bergischer Kaffeetafel und Schloss Burg" aufgewachsen. Er kennt die Tage, an denen in Oberburg viel los ist, genauso wie die, an denen fast niemand kommt. Bis 1974 hat seine Großmutter das Familienunternehmen geführt, bis 1999 seine Mutter. "Seit 1999 haben wir die Konzession. Meine Frau ist bereits 1972 in den Betrieb gekommen. Ich bin 1974 mit eingestiegen. Und unsere Tochter hilft uns seit zehn Jahren." Die Familie weiß, dass der schwerste Teil des Abschieds noch vor ihr liegt. "Viele Gäste werden noch einmal kommen, um sich zu verabschieden. Der 11. November wird mit Sicherheit ein schwerer Tag", sagt Wolfgang Gomille. Und doch freut er sich auf die "neuen Aufgaben im Rentnerdasein", und darauf, viele Orte in Deutschland zu bereisen, die er noch nicht gesehen hat. Bestimmt wird er auch das eine oder andere Mal auf eine Waffel an seiner alten Wirkungsstätte vorbeikommen.

MAXINE HERDER

Quelle: RP
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