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Weltkindertag
Beim mittelalterlichen Treiben an der Katt lernen Jungen und Mädchen alte Handwerkskunst kennen

Wermelskirchen. Der Klang des Hammers, der rhythmisch auf den Amboss niedersaust, war von weitem zu hören. Genauso die Rufe eines Falken und das aufgeregte Reden und Lachen vieler Kinder. Dazu gesellte sich der Geruch eines Lagerfeuers: Rund um und in der Kattwinkelschen Fabrik herrschte zum Weltkindertag reges Mittelalter-Treiben. Hatten die Organisatoren vom Kinderschutzbund Wermelskirchen und Kattwinkelscher Fabrik im vergangenen Jahr den Familientag zum Weltkindertag noch unter das Science-Fiction-Motto "Weltraum" gestellt, ging es diesmal zurück in die Zeit der Ritter, Burgen und Handwerks-Zünfte.

"Hast Du gut gefrühstückt, jetzt wird es anstrengend - und immer schön im Takt bleiben." Schmied Frank Gonda vom Industriemuseum Oberhausen feuert die siebenjährige Jana Rauschert an. Die junge Wermelskirchenerin steht geschützt mit Lederschürze und Schutzbrille am Amboss, bearbeitet mit einem Hammer das glühende Eisen. Gonda kommentiert: "Mädchen und Frauen sind konzentrierter, arbeiten detaillierter."

Zielsicher und konzentriert legt Maximilian Lieberscheidt am Stand des Vereins "Alpha" den Bogen an - der Pfeil trifft den Luftballon. Hier sieht jeder sofort: Der Neunjährige hat nicht zum ersten Mal einen Bogen in der Hand. "Wir sind am Wochenende regelmäßig bei 'Alpha' zum Bogenschießen", bestätigen Maximilian und sein Vater Uwe Lieberscheidt.

Am Stand vom Naturgut Ophoven (Leverkusen) beugt sich Franka Ruhnau zu den Kindern hinunter und fädelt geduldig und liebevoll mit "Engels-Geduld" bunte Filz-Perlen auf Fäden: So entstehen Armbänder oder Ketten, die die Jungen und Mädchen natürlich mit nach Hause nehmen dürfen. Vor dem Hintergrund einer imposanten Burg aus Holzplatten mit geschätzten sechs Meter Breite und vier Meter Höhe als Kulisse durften die kleinen Besucher auch ihre eigene Burg aus Pappkarton zum Mitnehmen basteln. Überhaupt schrieb der Weltkindertag-Nachmittag, an dem sich auch Kindergärten und die Musikschule beteiligten, das Mitmachen und Erleben ganz groß: ob nun beim Mittelalter-Drechsler, Stockbrot-Backen über offenem Feuer, Speere-Schnitzen, Leder-Arbeiten, Speckstein-Schleifen, der Greifvogel-Schau oder bei der "freien Maler-Künstler-Zunft". "Wir wollen Spaß und Aktivität für Kinder und deren Familien - hier werden die Kinder nicht einfach 'abgestellt'. Deshalb sind die Vorführungen und Präsentationen für die Besucher kostenlos, damit wirklich jeder dabei sein kann. Wir sind mit der Resonanz hoch zufrieden", betonte der Kinderschutzbund-Vorsitzende Hartmut Engelbrecht.

(sng)
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