| 00.00 Uhr

Gut Gemacht
Daniel Funk hat mit seinem Team zweite Skaterampe am Bahndamm gebaut

Wermelskirchen. Allen Diskussionen um einen möglichen Freizeitpark mit Skatepark zum Trotz haben ein Dutzend junge Wermelskirchener zwischen 17 und 30 Jahren eine zweite Rampe neben die vorhandene am Autonomen Jugendzentrum (AJZ) Bahndamm gebaut. Dabei ist die zeitliche Parallelität Zufall, die Initiative zum Bau der zusätzlichen Mini-Rampe ergriff Daniel Funk nicht im Zusammenhang zur politischen Freizeitpark-Diskussion. "Früher bin ich selbst viel Rollbrett gefahren. Mal eine eigene Rampe zu bauen, davon habe ich immer geträumt", sagt der 33-jährige Vater von drei Kindern (drei, sechs und zehn Jahre). Auslöser für den Griff zu Hammer und Säge war für Funk, der beruflich als Programmierer für industrielle Maschinen arbeitet, die Überlegung, wo er mit seinem ältesten Sohn Skateboarden könnte. "Da gibt's hier nichts. Die Rampe, die seit vier Jahren am Bahndamm steht, ist für kleinere Kinder zu groß und zu anspruchsvoll. Ich bin mit meinem Sohn auf den Remscheider Rathausplatz gefahren."

Einen Monat hat Funk an der Mini-Rampe, die sich mit neun Metern Länge, sechs Metern Breite und einer Höhe von 1,30 Metern auch für jüngere Skater und Anfänger eignet, gebaut. Mit einem Schreiner und einem Zimmermann holte sich der Initiator handwerkliche Fachleute mit ins Boot. Jochen Buchholz, der in Wermelskirchen schon diverse Rampen unter anderem für "Rollrausch" entwickelte und deshalb humorvoll als "Rampensau" gilt, entwickelte die Pläne für die Mini-Rampe und setzte diese in Zeichnungen um, so dass das Team um Funk die Holzelemente in der Halle neben dem Bahndamm fertigen konnte. "Wir haben diese Teile auf dem Gelände wie einen Ikea-Schrank zusammengebaut", sagt Funk lachend. Das Gelände wurde zuvor mit einem Bagger eingeebnet und eine Erdanhäufung für eine Mini-Zuschauertribüne an der Rampe geschaffen. Die Privatinitiative baute mit Material der ehemaligen Rampen aus der "Rollrausch-Halle". "Wir haben den Verein gefragt, und der hat sein Okay gegeben", sagt Funk, der Sympathie für "Rollrausch" hat, aber nie Mitglied im Verein war. "Das ist ein freies Ding, beruht auf persönlicher Initiative." Jeder darf die Mini-Rampe ab sofort auf eigene Gefahr nutzen.

Vergleichsweise teuer war die Anschaffung der neun Millimeter starken Siebdruckplatten für den Rampenbelag, die 800 Euro kosteten. Diese Summe stiftete Patrick Marx aus Erlösen seiner erfolgreichen "Wildmix"-Partys im Bahndamm.

"Als die Idee aufkam, war klar, dass wir es entweder machen oder sie zerfließt im Sand. Jeder, der Lust auf Skaten hat, kann hier fahren. Wir werden auch eine Verbindung von der großen zur kleinen Rampe, ein sogenanntes Roll-in, schaffen - das ist dann für fortgeschrittene Fahrer", sagt Funk. "Wenn überhaupt ein Freizeitpark in Wermelskirchen kommt, fließt bis dahin eine Menge Wasser den Rhein hinunter. Ich halte mich aus der politischen Diskussion heraus, will mit niemandem streiten oder diskutieren. Für Fragen und Anregungen, Rat und Tat bin ich jedoch jederzeit offen!"

(sng)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Gut Gemacht: Daniel Funk hat mit seinem Team zweite Skaterampe am Bahndamm gebaut


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.