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Kabarett
Das Duo "Zu Zweit" liefert lustigen Elternabend in der Katt

Wermelskirchen. Wir werden alle älter. Vor zwei Jahren traten Tina Häussermann und Fabian Schläper "Zu Zweit" mit "Ich war's nicht" in der Katt auf. Jetzt waren sie es doch: Am Freitagabend lieferten sie an gleicher Stelle den Beweis, dass zumindest Tina Häussermann an der Erzeugung zweier Kinder - zehn Monate und zwei Jahre alt - beteiligt gewesen war. Bühnenpartner Fabian Schläper kommt nur theoretisch infrage - er ist schwul. Deshalb darf er aber rührend auf Paule und Lenchen als guter Freund der Mama aufpassen und damit seinen Beitrag zum Thema des Abends liefern: "Umtausch ausgeschlossen".

Es war von vornherein klar: Die Zielgruppe an diesem Abend waren die Eltern. Und so wurde es auch in der gut gefüllten kleinen Halle ein lustiger Elternabend. Das Nachsehen hatten die abzählbaren heterogenen Singles, die vermutlich irgendwie mitgeschleift wurden. Schläper definierte gleich zu Anfang die "gute Mutter": Das ist die "Mischung aus Sofakissen und Vorschlaghammer" - auf der einen Seite kuschelweich, anschmiegsam und schmusig bis zur Trostgrenze, dann aber auf der anderen Seite mit der brutalen Befehlsgewalt der Haushaltskommandantin, die keinen Widerspruch duldet. Das Sofakissen ist gut gewählt, sein Standardknick in der Mitte zeigt, dass jede überforderte Mutter denselben irgendwann auch in ihre Schüssel kriegt. Wenn's nicht sogar der berühmte Sprung im Porzellan ist. Das nahm Häussermann trefflich aufs Korn und garantierte damit Lacher.

Alle Mütter im Saal konnten es nachvollziehen und zeigten sich aus der Seele heraus als dankbares Publikum. Wenn die Komödiantin etwa ein Anfall ihres "Eltern-Tourette-Syndroms" überfiel: Mit äußerst verbaler Kraft- und Ausdrucksform schrie sie Schläper an: "Marsch ins Bett!" Dank einer Schreivase beruhigte sie sich sofort wieder mit der Lebensweisheit der "Ommma aus Ennepetal": "Wo Staub liegt, da herrscht Frieden." Das war der einzige Spruch, mit dem auch ein Single etwas anfangen konnte, der nicht schwul ist. Natürlich ließ es sich Fabian Schläper nicht nehmen, seine Orientierung auch unter Beweis zu stellen: Er trat zwischenzeitlich als Tunten-Diva auf und beklagte sich singend über seinen Damenbart. Die Gesangeinlagen, die die beiden zum Besten brachten, waren die eigentlichen Höhepunkte des Abends. Ob sie das "Große Mädchen" besangen, das einsam auf den Richtigen wartet, oder den eigenen Alters-Herbst mit schmusiger Ruhe als "Herbstzeitlose" entgegensehnten: Die beschaulichen Momente reichten weit über den vielfach dargebotenen Klischee-Tellerrand. Auch damit erreichten "Zu Zweit" zielsicher ihr Publikum. Es dankte mit anerkennendem Beifall.

(bege)
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