| 00.00 Uhr

Bodenpersonal
Der Schweizer aus Dhünn

Wermelskirchen. Am Sonntag hatten es alle Jubelkonfirmanden eilig, nach Haus zu kommen. Nur Max Schmitz konnte sich offenbar nicht von "seiner" Kirche in Dhünn trennen. "Heute ist ein Traum in Erfüllung gegangen", sagte der 79-Jährige, der eigens für dieses Ereignis mit seiner Frau Alice aus der Schweiz angereist war. "Es war immer mein Wunsch, einmal von der Kanzel zu sprechen. Da oben steht ja: 'Herr, rede du!' Heute habe ich mal gesprochen. Ich habe meinen Konfirmationsspruch laut in die Kirche meiner Jugend gerufen."

Viele Gefühle sind dabei, als er das erzählt. Seine Konfirmation liegt 65 Jahre zurück und trotzdem ist ihm die Zeit um 1952 noch präsent und wichtig. Mit 19 Jahren ist er in die Schweiz nach Graubünden gezogen wegen "Arbeit und Liebe".

Manchmal kommt das "Dhünnsche Platt" noch durch. "Ich bin dat Schmitz-Mäxchen vom Küpp (=Schulzstraße)", sagt er lachend, "so war ich bekannt." Er habe in der Sonntagsschule bei "Schwester Emma" viel über den Glauben gelernt.

In der Gemeinde in der Schweiz wurde er herzlich aufgenommen, engagierte sich als Presbyter und wurde Präsident der dortigen Kirchengemeinde. "Ich bin Schweizer und ich bin Bündner. Durch die Schweizer Staatsbürgerschaft war die deutsche automatisch weg", sagte Schmitz. "Aber im Herzen bin ich immer noch'n Dhünnschen." Noch ein Gespräch mit Pfarrer Rainald Rüsing, nochmal ein Blick in die kleine Kirche in Dhünn. "Es war ein schöner Tag", sagte der Schweizer aus Dhünn.

(wsb)
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Bodenpersonal: Der Schweizer aus Dhünn


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.