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Freiwilligenbörse
Ehrenamtler dringend gesucht

Wermelskirchen. Es ist eine etwas zweigeteilte Situation in Wermelskirchen: Einerseits funktioniert die Arbeit der Freiwilligenbörse wunderbar. Auf der anderen Seite wird dringend Nachwuchs gesucht. "Denn ohne das Ehrenamt funktionieren viele Bereiche des sozialen und öffentlichen Lebens in Wermelskirchen nicht", betonte Hans-Erwin Hermann, Vorsitzender der Börse bei der Mitgliederversammlung. Dabei habe sich die Situation schon deutlich verbessert, wie er weiter ausführte: "Es ist wunderbar zu sehen, wie sehr die Menschen sich ehrenamtlich engagieren. Wir haben Mitte des vergangenen Jahres etwa 250 Ehrenamtler registriert, heute sind es mit etwa 500 bereits doppelt so viele." Gerade durch den Flüchtlingszustrom hätten sich viele Menschen in Wermelskirchen für das Ehrenamt interessiert. Und dennoch könnten es immer noch mehr sein.

Das beziehe sich vor allem auf die Situation der Vereine, sagte Hermann: "Leider kommen die immer erst zu uns, wenn es schon brennt. Und wir haben keine Bürger, die wir bei Bedarf einfach aus dem Ärmel schütteln könnten." Oft meldeten sich Vereine mit Personalmangel im Vorstand und in der Betreuung, der möglichst sofort behoben werden sollte: "Wir fragen dann natürlich bei unseren Leuten nach, aber oft kann das eben nicht ad hoc neubesetzt werden, da gerade die Vorstandsarbeit auch eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt", sagte Hermann. Er appellierte: "Wer sich ehrenamtlich engagieren möchte, soll nicht zögern, sondern sich bei uns melden!" Diesbezügliche Beratung finde immer parallel zum Reparaturcafé in den Räumlichkeiten der Stadtbücherei statt.

Insgesamt konnte die Freiwilligenbörse auf ein gutes Jahr zurückblicken. So sei der Sommer-Lese-Club mit 123 Teilnehmern und 1105 Entleihungen ein großer (Lese-)Erfolg gewesen. "Zudem sind die Veranstalter mit einem festen Stamm an Ehrenamtlern sehr gut aufgestellt", betonte Hermann. Auch das Reparaturcafé habe sich etabliert: 2016 gab es 399 Reparaturfälle, 56 Prozent der defekten Geräte konnten wieder hergerichtet werden. "Und im ersten Quartal 2017 waren es bereits 189 Reparaturfälle", sagte Hermann. Vor allem von den Ankündigungen in den lokalen Medien habe das Angebot profitiert.

Ebenfalls gut angenommen werde die Ehrenamtskarte, von der im ersten Quartal bereits 83 ausgegeben wurden. Hier würde man sich noch Zuwachs wünschen: "Sowohl von den Ehrenamtlern, die sie nutzen, als auch von den Angeboten in Wermelskirchen", sagte Hermann, der noch auf eine App des Landes NRW hinwies: "Auf der Homepage der Stadt kann man sich die App 'Ehrensache.NRW' herunterladen. Damit bekommt man in mehr als 380 Kommunen angezeigt, wo man von der Karte profitieren kann."

(wow)
 
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