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Sportlich
Eltern klettern über Tische und Bänke

Sportlich: Eltern klettern über Tische und Bänke
Da geht's lang: Die Mütter und Väter entwickelten im Laufe des Mitmach-Vormittags unter der Leitung von Pädagogin Sonja Robbe einen Hindernisparcours fürs heimische Wohnzimmer. FOTO: Sonja Robbe
Wermelskirchen. Ein ungewohntes Bild: Eltern rennen im Nieselregen mit roten Wangen kreuz und quer über den Schulhof. Sie balancieren in der Mensa über wackelige Stühle, bauen Hindernisse und versuchen, mit Rollbrett und Schwimmnudel einen Parcours zu überwinden. Wo man dieses seltene Szenario sehen konnte? In der Katholischen Grundschule St. Michael. Dort entdeckten am vergangenen Wochenende 14 Mütter und Väter beim Mitmach-Vortrag "Komm, lass uns toben" wieder das Kind in sich.

In Zusammenarbeit mit Schulleitung, Förderverein und Offener Ganztagsschule lud Diplom-Pädagogin Sonja Robbe die Teilnehmer zu Bewegung und kindlichem Spiel ein. Die Botschaft kam schnell an: Ohne körperliche Bewegung gibt es keine kognitive Entwicklung. "Zahlreiche Studien belegen, dass motorische Aktivität unser Gehirn zur Bildung neuer Verknüpfungen und Hirnzellen anregt und die Konzentrationsfähigkeit stärkt", erklärt sie. "Außerdem macht Sport Kinder emotional fit für's Leben. Dennoch bleibt häufig ausreichende Bewegung im Alltag auf der Strecke."

Die Diplom-Pädagogin ließ die Eltern aus diesem Grund selbst spüren, wie gut es tut, nach einem halbstündigen Vortrag den eigenen Körper in Schwung zu bringen. Immer wieder wurden aktive Spielpausen eingebaut, gemeinsam geschwitzt und gelacht.

"Bei körperlicher Aktivität wird ein bestimmter Teil unserer Hirnregion nahezu abgeschaltet, ein anderer hingegen aktiviert. Nach dieser Phase wird unser Gehirn quasi neugestartet wie ein Computer. So ist er leistungsfähiger als zuvor", erklärt die Referentin.

Außerdem wurden zehn Aktivspiele vorgestellt, die jeder im eigenen Wohnzimmer oder Garten nachbauen kann. Ein Springseil, ein Ballon, zwei alte Plastikteller - und schon steht das Luftballon-Tennis.

Die Mütter und Väter bemerkten, wie simpel Spielideen sein können. "Ich bin selbst Pädagogin und habe zwei Kinder im Alter von drei und acht Jahren", sagt Teilnehmerin Heike Roggenbuck. "Heute konnte ich aber tolle Anregungen für meinen Beruf mitnehmen. Wir haben erfahren, wie viel Freude Bewegung macht und mit wie wenig Aufwand man vieles im Alltag integrieren kann." Am Ende des Vormittags zirkelte Sascha Kohn, Vater eines Einjährigen, einen Ball ins selbst gebastelte Karton-Tor - da kam Sportstudio-Feeling auf. "Ich freue mich schon, die Ideen mit meinem Sohn Oskar umzusetzen."

(mba)
 
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