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Kommen Und Gehen
Emotionaler Abschied von Gertie und Fitzi

Wermelskirchen. Die blauen THW-Fahrzeuge waren im Halbkreis aufgestellt, mittendrin stand die Gulaschkanone, und überall wehten blaue Luftballons im Wind. Alle waren gekommen und standen Spalier in THW-Uniformen und Einsatzbekleidungen. Nach 45 Jahren nahm die Ortsgruppe Wermelskirchen des THW Abschied von Gertrud Fitzner (70), die als Köchin und "Mädchen für alles" im Einsatz war und ihrem Ehemann Hans-Günther Fitzner (72), Kraftfahrer und Schirrmeister. Die beiden begannen in Dabringhausen, wechselten nach Burscheid und waren seit 1995 in Wermelskirchen tätig.

"Die beiden waren tragende Säulen und sind kaum zu ersetzen", sagte THW-Fachberater Dr. Henryk Kellermann. "Der Einsatz war legendär, und wir werden sie immer im Gedächtnis behalten." Folgende Anekdote belegte den besonderen Einsatz: "Treffen sich zwei THW-Fahrzeuge auf einer Landstraße. Und in beiden sitzt Hans-Günther Fitzner."

Auch für den Landesbeauftragten Dr. Hans-Ingo Schliewinski war die Verabschiedung etwas Besonderes. "Eigentlich müsste ich zu dieser Zeit in Bonn sein zu einer wichtigen Besprechung", sagte er. "Das muss warten, denn diese Ehrung ist ein ganz besonderer Tag. Die beiden haben zusammen 90 Jahre in den Dienst des THW gestellt - und das ist noch nie vorgekommen". Er verlieh zweimal das Ehrenzeichen in Silber, die höchste THW-Auszeichnung, ein Orden, der vom Bundespräsidenten gestiftet wurde. Es gab Tränen, und die Stimme versagte, als Gertrud Fitzner sich bedankte. "Es fällt uns nicht leicht, und wir denken gerne an die Zeit zurück. Wir hatten immer zwei Familien, die private und die im THW. Wir sagen auf Wiedersehen und versprechen ab und zu mal vorbei zu kommen". Dann gab es stehende Ovationen und einen langen und kräftigen Applaus. Ortsbeauftragter Björn Zanger überreichte ein Orchideengesteck, und von den Kollegen gab es eine THW-Pinnwand. "Damit sie jeden Tag an uns denken".

Für Bürgermeister Rainer Bleek hatte das Ehepaar eine Vorbildfunktion. "Im Namen von Rat und Verwaltung und im Namen der Bürger sage ich danke. Es wird immer schwieriger, Freiwillige für ein Ehrenamt zu finden", sagte er. "Das THW bildet mit einer guten und großen Jugendabteilung eine Ausnahme. Ohne Ehrenamt verarmt die Gesellschaft, und es wäre schön, wenn sich viele an Ihnen ein Beispiel nehmen". Nach dem offiziellen Teil gab es rund um die Gulaschkanone mit Erbsensuppe viel Gelegenheit, sich an Einsätze zu erinnern und viele Erlebnisse auszutauschen.

Quelle: RP
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