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Gut Gemacht
Flüchtlingen den sicheren Umgang mit dem Fahrrad vermitteln

Wermelskirchen. Rund um das Thema Fahrrad ist eine große Kooperation von ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club), Polizei, Verkehrswacht, Schulen, der Flüchtlingsinitiative "Willkommen in Wermelskirchen" und der "Tafel" entstanden. Unter dem Motto "Fahr Rad ...aber sicher!" soll mit dieser Gemeinschaftsaktion Flüchtlingen der sichere Umgang mit dem Verkehrsmittel Fahrrad vermittelt werden. Dazu gehören auch die Kenntnisse über die Verkehrs- und Verhaltensregeln in Deutschland.

"Das bestehende deutsche Info-Material war viel zu schwierig. Wir haben es ,übersetzt' und in eine einfache, verständliche Sprache gebracht", sagt Frank Schopphoff vom ADFC. Dieses Infoblatt gibt es in sechs Sprachen. "Das Thema dient auch zur Sprachförderung und der gegenseitigen Hilfe", sagt Allegra Rabe, Lehrerin einer Vorbereitungsklasse an der Hauptschule. "Außerdem sind die Schüler Multiplikatoren, die ihr Wissen an ihre Familien weitergeben."

Jugendliche im Alter von elf bis 17 Jahren aus neun Nationen kommen hier zusammen. Polizeihauptkommissar Uwe Ortmann erklärt die Verkehrsregeln, der ADFC zeigt praktische Beispiele, die Tafel sucht und erhält Fahrräder und Zubehör, die Verkehrswacht unterstützt mit Informationen und einem Übungsparcours - und in Verbindung mit "Willkommen in Wermelskirchen" entsteht ein Patensystem für die neuen Verkehrsteilnehmer.

"Mittlerweile haben wir zwei syrische Mitbürger, die Fahrradreparaturen erledigen", sagt Brigitte Krips, Vorsitzende der Tafel. "Weitere Fahrradspenden sind herzlich willkommen."

Die Kooperationspartner sind sicher: Das ganze Konzept ist gelebte Integration. "Wir suchen noch weitere Paten, die mit den Flüchtlingen auf Tour gehen und zum Beispiel das kommende Trassenfest im Juni gemeinsam gestalten", sagt Schopphoff. "Das Ganze ist ein absoluter Glücksfall", sagt Gebhard Lehr, Leiter der Hauptschule. "Alle tragen dazu bei, alle profitieren in ihrem Bereich von dieser Kooperation." Das Konzept dieser Zusammenarbeit ist mittlerweile so gut ausgearbeitet, dass es landes- und vielleicht sogar bundesweit zum Einsatz kommen könnte.

Die Kooperationspartner laden zu zwei Informationsveranstaltungen im Katholischen Pfarrzentrum, Kölner Straße 41, ein. Am Donnerstag 19. Mai, ab 19 Uhr, lautet das Thema "Die Grundregeln für Fußgänger und Radfahrer". Beim Info-Abend am Freitag, 27. Mai, 19 Uhr, geht es um das Konzept des Radverkehrs-Sicherheits-Trainings mit Flüchtlingen und um die Vermittlung von Paten. Gäste sind willkommen. WALTER SCHUBERT

Quelle: RP
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