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Heisser Draht
Grünabfall illegal im Waldgebiet entsorgt

Wermelskirchen. Eigentlich soll ein Spaziergang am Wochenende ja entspannen. Wenn Günter Kühn unterwegs ist, macht er sich aber oft verärgert auf den Heimweg. Seine Runde durch Braunsberg, wo er seit 40 Jahren wohnt, führt auch durch ein Waldstück, das im Besitz seiner Familie ist. "Dort finde ich ständig Grünschnitt und Gehölze, die einfach in den Wald geworfen werden", sagt der 67-Jährige. Seit drei Jahren geht das so - im Frühjahr und jetzt im Herbst sei es besonders schlimm. "Es ärgert mich sehr, dass die Leute ihren Müll dort abladen", schimpft Kühn.

Da er niemanden dabei erwischt hat, bleibt die Entsorgung immer an ihm hängen. Es gibt vier bis fünf Stellen in dem Wald, an dem sich die verblühten Pflanzen, Rasenreste und Äste stapeln. "Die Leute machen es sich bequem. Es ist ja einfacher, mal eben zwei Schubkarren in den Wald zu fahren, als den Müll ins Auto zu packen", ärgert sich Kühn.

Auch bei Grünabfall handelt es sich um Müll, betont Ordnungsamtsleiter Arne Feldmann. "Viele Menschen denken, dass es ja Natur ist und ihre Abfälle verrotten. Es fehlt das Bewusstsein dafür, dass es sich hierbei um Müll handelt." Auch Grünabfälle können schädlich sein - zum Beispiel, wenn sie auf dem Wurzelwerk von Bäumen abgelegt werden. Kühn hat das Ordnungsamt deshalb bereits kontaktiert - erfolglos. Denn solange sich solche Ereignisse nicht im öffentlichen Raum abspielen, fällt dieser Fall unter das Zivilrecht. "Da können und dürfen wir als öffentliche Hand nicht eingreifen", sagt Feldmann. Er kann nur eine kostenpflichtige Entsorgung anbieten. Diese müsste der Eigentümer tragen - es sei denn, er kann den Verursacher ermitteln. Dann würden die Kosten weitergegeben. "Dabei wäre die Situation einfach zu lösen, indem der Müll bei der Firma Reterra abgegeben wird. Das kostet auch nichts", meint Kühn. Pro Jahr gibt es acht Termine, an denen Grünabfälle umsonst bei der Kompostieranlage an der Albert-Einstein-Straße abgegeben werden können. "Es sind jeweils vier Tage im Frühling und im Herbst, die auf der Rückseite des Abfallkalenders nachgelesen werden können", sagt Sabrina Schmischke, die zuständige Sachbearbeiterin bei der Stadt. Die letzte Möglichkeit in diesem Jahr ist am Samstag, 26. November, 8 bis 18 Uhr. An allen anderen Öffnungstagen können Bürger ihre Grünabfälle dort kostenpflichtig abgeben. Schmischke: "Ein Kofferraum voll kostet sieben Euro - das ist die deutlich bessere Alternative zur illegalen Entsorgung."

TIM KRONNER

Quelle: RP
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