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Szene
Harmonie und Kontrast eröffnen neue Dimensionen

Szene: Harmonie und Kontrast eröffnen neue Dimensionen
Take Bijlsma, Karl Menzen, Björn Borgmann, Matthias Günzel. FOTO: moll
Wermelskirchen. Zum zweiten Mal steht in der Kattwinkelschen Fabrik Kunst im Mittelpunkt. "Freundliche Konfrontation" lautet der Titel einer Ausstellung, die vier Künstler zusammenbringt und dem Betrachter eine neue Sicht auf Malerei und Bildhauerei gibt. Bei der Vernissage kamen viele Kunstinteressierte zusammen und ließen sich von der Dortmunder Kunsthistorikerin Simone Rikeit in die künstlerische Arbeit einführen.

Manchmal muss man einen Schritt oder zwei zurücktreten, etwas Distanz bekommen, um das Werk als Ganzes zu sehen, das Zusammenspiel von Farben und Formen. Im Nahen kommen die Finessen zum Vorschein, werden Material und Technik sichtbar. Die Objekte werden von allen Seiten betrachtet und ergeben je nach Standpunkt ein neues Bild. Die Arbeiten aus beiden bildenden Künsten reiben sich, wie bereits der Titel der Ausstellung verrät, bewusst, gehen aber auch eine Symbiose ein.

Die ehemaligen Fabrikräume so zu nutzen und durch die Werke neu zu inszenieren war die Herausforderung für die Künstler, die über Achim Stollberg von der Katt zusammenkamen. "Es ist immer wieder spannend zu sehen, was passiert mit unterschiedlichen Kunstobjekten untereinander", sagt Take Bijlsma. Der Holzbildhauer aus Wermelskirchen war schon bei der ersten Ausstellung in der Kattwinkelschen Fabrik im vergangenen Jahr dabei. Die Elemente Wasser, Feuer und Luft spiegeln sich in seinen Skulpturen wieder. "Eintauchen" zeigt zum Beispiel eine imposante Flosse, ähnelt auf dem zweiten Blick aber den gespreizten Flügeln eines Vogels. "Wir haben fast schon zu viel Harmonie", sagt Maler Matthias Günzel mit einem Lachen. Simone Rikeit bezeichnete seine großflächigen Bilder als "Bildbühnen" - Sie sind surreal, abstrakt oder auch informell. Bei "Flugzeug I" lassen sich die Umrisse des Luftfahrzeugs in den dunklen Tönen erkennen. "Der Raum ist so entwickelt, dass er überall stehen könnte. Wie man sieht, kann auch eine kleine Stadt so eine Ausstellung kreieren, wenn sie will", sagt Günzel.

Björn Borgmann zieht seine Inspiration für seine Malerei aus Fotografien. Die Motive wie etwa bei "Jump 99", das einen herabstürzenden Lkw zeigt, haben einen hohen Assoziationswert. "Ich war sehr interessiert daran, meine Bilder in einem anderen Kontext zu sehen. Die Ausstellung ist so, wie sie jetzt ist, die optimale Lösung", sagt er.

Durch die Zusammenstellung der Werke habe man in der Katt eine dritte Dimension aufgemacht, sagt Stahlbildhauer Karl Menzen. Seine Plastiken kontrastieren nicht nur aufgrund des Materials. Menzen spielt mit Stabilität und Beweglichkeit. Die Ausstellung "Freundliche Konfrontation" ist noch bis zum 5. November in der Kattwinkelschen Fabrik, Kattwinkelstraße, immer von Donnerstag bis Sonntag in der Zeit von 15 bis 18 Uhr zu sehen.

ANNA MAZZALUPI

Quelle: RP
 
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