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Ferien Mit Der Bm
Kinder erleben einen spannenden Rundgang durch Schloss Burg

Wermelskirchen. Schloss Burg ist eines der bekanntesten Ausflugsziele im Bergischen Land. Und so ist diese Burg auch jedes Jahr bei der BM-Ferienaktion dabei. Alle 13 Kinder, die sich angemeldet hatten, waren schon einmal hier. "Schloss Burg haben wir schon öfter besucht", sagen Hanna (6) und Niklas (8). "Wir haben aber noch nie eine Führung mitgemacht."

Susanne Salden vom Schlossbauverein übernimmt diese Aufgabe. "Ich habe heute meine Arbeitskleidung angezogen", sagt sie. Ein weites Leinenkleid, Kopftuch, Leder-Sandalen und eine Umhängetasche. "So sind die Menschen im 12. Jahrhundert gekleidet gewesen", erklärt sie. "Was meint ihr, wie alt ist die Burg?", fragt Salden die Jungen und Mädchen. "200 Jahre" oder "300 Jahre" lauten die Antworten. Für Kinder ist die richtige Antwort nur schwer vorstellbar. "Schloss Burg ist fast 900 Jahre alt", sagt Salden. Sie versteht es, wunderbar das ursprüngliche Leben auf der Burg zu vermitteln. Und mit ganz praktischen Beispielen und Vergleichen verstehen es auch die Kinder. "Mit sieben Jahren begann die Ausbildung zum Ritter", sagt Salden."So alt bin ich auch", sagt Mika und kann sich kaum vorstellen, jetzt mit der "Ritterausbildung" zu beginnen. "Die Rüstung wiegt 40 Kilogramm. Das sind 40 Tüten Milch", erklärt Salden. Janik (4), der passend mit einem Spielzeugschwert zum Burgbesuch erschienen ist, staunt: "Das ist schwer", sagt er.

Susanne Salden erklärt die verschiedenen Rüstungen und Waffen und weiß auch viel über den Alltag auf einer Burg zu berichten. "Der Rittersaal, das Kaminzimmer und die Küche waren die einzigen Räume, in denen geheizt wurde", erklärt sie. Viele Maueröffnungen hatten keine Scheiben und wurden nur mit Tierhäuten verhängt. Die Kinder, für die eine Heizung und eine warme Dusche normal sind, staunen. "Im Winter war auf der Waschschüssel eine Eisschicht."

Große bunte Bilder an den Wänden erzählen vom Leben auf Schloss Burg. "Sind das alles Tapeten?", fragen die Kinder. "Nein, das wurde alles aufgemalt", antwortet Salden. Dann erklärt sie die Verlobung zwischen Maria vom Berg und Johann aus Kleve. Ein Wandbild dokumentiert dieses Ereignis. "Maria war fünf und Johann sechs Jahre alt, als die Verlobung stattgefunden hat. Dann haben sie 15 Jahre gewartet und geheiratet", erklärt Salden. "Aber die waren doch viel zu jung", sagt Amelie (11). "Man hat sie auch nicht gefragt", erklärt Salden den staunenden Kindern der Ferienaktion, "es ging nur um die Zusammenlegung von Besitztümern, damit man noch mächtiger wurde". Die Ehe hat wohl trotzdem funktioniert, denn Maria und Johann hatten sieben Kinder.

(wsb)
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