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Leben & Lernen
Kinder lassen ihrem Gestaltungswillen freien Lauf

Wermelskirchen. Es ist ein Bild, das kaum besser den Sommer darstellen könnte: Warme Farben hat Joshi für sein Landschaftsmotiv gewählt, im strahlenden Gelb und Gold malte der Neunjährige sein Maisfeld. Im Hintergrund ist zudem noch ein Haus zu sehen. Auch das erstrahlt in sattem Gelb, Rot und Burgund. Die Farben dazu hat Joshi selbst angemischt. Gelernt hat er dies im Malkursus von Brigitte Keller.

Seit 2011 bietet die Kursleiterin des Kunstvereins Wermelskirchen in den Sommerferien die dreitägigen Kurse für Kinder von sechs bis zwölf Jahren an.

Neben dem Verständnis für die Zusammensetzung von Farben, wie man sie anmischt und welche Wirkung sie haben, vermittelt sie den Kindern auch ein Gespür für Kompositionen, für Raumtiefe sowie die Wahrnehmung und künstlerische Umsetzung von Objekten - vor allem aber ginge es darum, sagt Keller, dem Gestaltungswillen der Kinder freien Lauf zu lassen. "Ich arbeite unheimlich gerne mit Kindern zusammen. Es ist erstaunlich, wie sie über sich hinauswachsen und mit ein bisschen Erläuterung faszinierende Bilder hervorbringen können." Deshalb durften die Kinder am ersten Tag genau das malen, was ihnen spontan in den Sinn kam. Joshi malte neben dem Maisfeld noch eine schwarze Katze mit orangenen Punkten, ein grünes "M" als verziertes Initial und zudem noch seinen Lieblingssuperhelden, Flash. Der schnellste Mann der Welt im knallroten Anzug und leuchtendem Blitz ist auf Joshis Gemälde rennend vor blauen Hintergrund zu sehen. Auch Juli (8) ließ ihrer Fantasie freien Lauf. Sie malte unter anderem ein Fabelwesen mit einem Bauch in Brotform, mit Besen als Beinen und einer Birne als Kopf. "Die Kinder sollten lernen, wie sie die breite Farbpalette aus den Grundfarben mischen und ihr Motiv in einen Hintergrund einbetten", erklärt Keller. "Manche Mixturen habe ich vorgezeigt, vieles funktionierte aber auch übers Ausprobieren."

Am zweiten Tag stand dann die künstlerische Umsetzung von Objekten auf dem Plan - insbesondere in Porträt- und Selbstporträtbildern. Hierzu bekamen die kleinen Künstler einen Spiegel in die Hand und sollten ihr Gesicht erst einmal erforschen. "Es ging darum, genau hinzusehen, zu beobachten und zu erfühlen, wo die Nase endet oder wie der Mund verläuft", sagt Keller. Danach stellte sich die Kursleiterin selbst als Modell zur Verfügung. Mit Hut und gehäkelter Stola ausgestattet, gab sie vor, ein ganzfigürliches Bild von ihr zu malen.

Der dritte Tag widmete sich dem Festmotto in der Kattwinkelschen Fabrik zum Weltkindertag, den Märchen. Zahlreiche Interpretationen von Sterntaler und den Bremer Stadtmusikanten kamen zustande. Eine Jury prämiert die gelungensten Werke und kreiert daraus ein Plakat für das Fest.

BEATE WYGLENDA

Quelle: RP
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