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Gut Gemacht
Lebenshilfe-Mitarbeiter gestalten wieder den Adventskalender

Wermelskirchen. "Es ist schon eine kleine Tradition und jedes Jahr wird es besser", sagt Rainer Kocherscheid bei der Präsentation des neuen Adventskalenders. Vor neun Jahren entstand die Idee einen "Wermelskirchener-Adventskalender" anzubieten. Die Firma Kocherscheid liefert die Verpackungen und Café Wild produziert den Inhalt. "Bei der ersten Auflage hatten wir 200 Kalender und 20 mussten wir selber essen", erinnert sich Kocherscheid. Seit vier Jahren ist die Werkstatt der Lebenshilfe mit dabei. In der Kunstgruppe des heilpädagogischen Arbeitskreises entsteht jedes Jahr ein neues Titelmotiv. Basis ist immer die Form des Stadtwappens, die Ausführung variiert. Dirk Klein und Helmut Sondergeld sind die Künstler in diesem Jahr. Und sie haben sich fast aller Techniken bedient. Ob Facettenlack am Lebkuchenmann, der beim Trocknen interessante Risse bildet oder Acryllack und Kupferfarbe. Zusammen mit dem groben Gewebe und der Spachteltechnik ist ein plastisches Bild entstanden. "Teilhabe am Arbeitsleben und am gesellschaftlichen Leben ist ganz wichtig", erklärt Susanne Fuchs, Teamleiterin bei der Lebenshilfe. "Die Menschen spüren, dass sie etwas geleistet haben, dass sie dazu gehören.

Mit einem normalen Adventskalender hat diese Version nichts zu tun. "Bei der industriellen Produktion wird zu Ostern produziert und kurz nach der Kirmes sind die ersten Kalender im Handel", sagt Konditormeister Thomas Wild. Bei ihm stehen Handarbeit und Frische im Vordergrund. Und bei einer Gesamtauflage von 700 Kalendern sind das immerhin 16.800 kleine Süßigkeiten, die produziert und verpackt werden müssen. Selbst bei der Befüllung wurde auf die Frische geachtet. Pralinen, die eine geringere Haltbarkeit haben, finden sich hinter den ersten Türchen und werden so zuerst verzehrt.

Der Verkauf startet ab Freitag, 20. November zum Preis von 31,50 Euro. Aus dem Erlös gehen pro Kalender zwei Euro an die Werkstatt Lebenshilfe.

Die Verkaufsstellen: Kocherscheid GmbH & Co.KG, Goethestraße 10; , Café Wild, Markt 1; Schuhmode Schnütgen, Kölner Straße 46.

"Wir mussten den Verkaufspreis erhöhen, da viele Zutaten wie Nüsse, Mandeln oder Schokolade sehr teuer geworden sind", sagt Thomas Wild. Ihn ärgert es, dass die Handarbeit teilweise so gering geschätzt wird. "Jede Praline wird bestimmt fünf Mal in die Hand genommen, bis sie in der Verpackung ist. Wir haben keine automatische Adventskalender-Füllmaschine. Das dauert, muss bezahlt werden, schmeckt aber auch besser."

(wsb)
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