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Musikalisch
Orchester-Ensemble mit 70 Musikern begeistert im Gymnasium

Wermelskirchen. Unter dem Titel "Frühlings-Stimmen" hatte das Sinfonieorchester der Musikgemeinde ins Pädagogische Zentrum des Gymnasiums eingeladen. Nicht nur Zuhörer kamen, sondern auch das Orchester der "Musicalischen Academie von 1812 zu Burscheid". Dazu waren die Solisten Katharina Borsch (Sopran) und Martin Schmidt (Bariton) verpflichtet worden, die Leitung hatten David Hecker, Reinhold Felthaus und, aus Burscheid, Wolfgang Georg. Auf dem Programm standen außer dem titelgebenden Walzer von Johann Strauß (Sohn) Auszüge aus seiner "Fledermaus", aus Mozarts "Zauberflöte", dem Musical "Anatevka" und aus der "Carmen-Suite" von Bizet. Conférencier Markus Sauer, Kontrabassist der "Academie", führte durchs Programm.

Ein stattliches Ensemble mit über 70 Musikern bildeten beide Orchester, das gut zwei Stunden dauernde Programm war kurzweilig: Mit der wunderbaren Musik und einem ebensolchen Vortrag verging die Zeit wie im Flug. Die gemeinsam gespielten Stücke sprengten an Strahlkraft beinahe den Rahmen des PZ, ab und an war die Balance zwischen Streichern und Holzbläsersoli jedoch nicht ganz perfekt. Mit frenetischem Applaus und teils stehenden Ovationen bedachte das Publikum insbesondere auch die gespielte Zugabe: die schwungvolle und mitreißende Interpretation des berühmten "Radetzky-Marsches" von Johann Strauß (Vater) unter Leitung von Reinhold Felthaus.

Daneben bestritt jedes Orchester einen eigenen Part. Die Gäste aus Burscheid spielten sich in Hochform mit dem Medley aus dem jiddischen Musical "Anatevka" von Jerry Bock, hier zeigten die Bläser feine Soloeinsätze: Klarinetten-, Trompeten oder das wunderbare Violinsolo des omnipräsenten Konzertmeisters Alexei Serebrianyi.

Die Wermelskirchner präsentierten Auszüge aus Georges Bizets "Carmen-Suite" mit den mitreißenden Melodien der weltweit meistgespielten Oper. Der starke Wiedererkennungswert der "Habanera"- oder "Torrero"-Motive, die Leidenschaft, die spannungsgeladene Dynamik und Artikulation - all das vermochten die Musiker unter David Heckers Leitung zu zeigen, der Intonation, Lautstärke und Tempo stets unter Kontrolle hielt.

Die Solisten des Abends, die Sopranistin Katharina Borsch und der Bariton Martin Schmidt sangen die berühmte Arie des "Tevje" ("Wenn ich einmal reich wär") und Arien und Duette aus der "Fledermaus" sowie der "Zauberflöte". Gegen Borschs gut geführte, jugendlich frische hohe Sopranstimme und ihre äußerst charmante Bühnenausstrahlung setzte der - um einiges erfahrenere - Bariton Schmidt Solidität und Routine, mit denen er gleichwohl sein Können bewies.

Katharina Borsch, einer junge Dame mit langem blonden Haar in lilafarbener Abendrobe, stand Mozarts weibliche Protagonistin "Pamina" ebenso gut zu Gesicht wie das kesse Stubenmädchen "Adele" aus der "Fledermaus".

Mit ihren blitzsauberen Höhen, aber auch den bereits vorhandenen beachtlichen lyrischen Qualitäten und ihrer Spielfreude trotz sehr enger und ärgerlicherweise sehr schlecht beleuchteter Bühne eroberte sie die Herzen des Publikums im Sturm und avancierte zum Star des Abends.

EVA BUDDE-JANDT

Quelle: RP
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