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Leben & Lernen
Schnupperstunde an der Veeh-Harfe kommt gut an

Wermelskirchen. Die Klänge, die im Haus der Begegnung gestern Nachmittag erklingen, erinnern an die der Zither. Metallisch, ein wenig hart, aber durchaus melodisch. Erzeugt werden sie von der sogenannten Veeh-Harfe, einem etwa Laptop großen Instrument aus Holz, auf dem in der Standardausführung 25 Stahlsaiten gespannt sind. "Entwickelt wurde das Instrument vom Landwirt Hermann Veeh", erzählt Susanne Karnowka. Die Fachbereichsleiterin Gitarre an der Musikschule Wermelskirchen bietet ab der kommenden Woche einen Kursus für die Veeh-Harfe an, gestern fand zum Auftakt eine Schnupperstunde statt.

Gundula Schröder vom Haus der Begegnung freut sich über die erneute Zusammenarbeit mit der Musikschule: "Es ist schön, dass es wieder einmal geklappt hat, nachdem wir in der Vergangenheit schon öfter zusammen musikalische Kurse angeboten haben."

Die Veeh-Harfe hat ihr Erbauer ursprünglich für seinen Sohn Andreas gebaut, der das Down Syndrom hatte. "Es ist ein recht einfach zu erlernendes Instrument", sagt Karnowka. Besonders gut geeignet sei es für Menschen, die keine Noten lesen könnten oder das auch gar nicht lernen wollten. Die "Noten" sind dabei auf einem Blatt hinterlegt, das unter die Saiten gelegt wird: "Von oben nach unten sind die jeweilig zu zupfenden Saiten mit Punkten hinterlegt, so dass der Harfen-Spieler nicht wissen muss, welche Note er gerade spielt, sondern nur, wann er welche Saite zu zupfen hat", erklärt die Gitarrenlehrerin. Das einfach zu erlernende System biete sich auch für die Arbeit mit Senioren an: "Der Kursus hier im Haus der Begegnung ist aber für jeden Interessierten offen", betont Karnowka.

Und schon kurz vor Beginn kommen drei interessierte Teilnehmerinnen, die von der Schnupperstunde erfahren haben. Eine von ihnen ist Ute Gagaridis. Die Wermelskirchenerin kann nach eigener Aussage "überhaupt keine Noten lesen. Ich habe keinerlei Erfahrungen damit." Sie könne aber gut hören und hat mit Musik und Instrumenten keinerlei Berührungsängste. Und so setzt sie sich auch direkt an eine der beiden bereitstehenden Veeh-Harfen, die sowohl als Standinstrument gespielt werden kann, als auch auf dem Schoß liegend. "Bunt sind die Wälder", heißt das Lied, dessen Notenblatt auf einer der beiden Harfen bereitliegt. Gagaridis orientiert sich kurz, zupft probehalber die straff gespannten Saiten und kann schon nach wenigen Augenblicken die Melodie zupfen: "Kling doch gar nicht schlecht, das geht doch", ruft die Neu-Harfenistin aus, erfreut über das schnelle Erfolgserlebnis.

Geplant ist es, den Kursus zunächst einmal über die kommenden vier Wochen laufen zu lassen, sagt Karnowka. "Wir müssen dann einfach mal sehen, wie und wohin sich das Ganze entwickelt. Mein Ziel wäre es schon, ein kleines Ensemble ins Leben zu rufen, das dann zusammen mehrere Stücke auch mehrstimmig spielen kann", sagt die Gitarrenlehrerin. Die drei Damen, die zum Schnupperkursus gekommen sind, haben jedenfalls schon einmal eine Menge Spaß am neuen Instrument. Ihr gerade erlerntes Grundwissen können sie nun jeweils dienstags zwischen 14.30 und 15.30 Uhr, vertiefen und ausweiten.

Hinweis Wer Interesse hat, kann sich entweder unter Telefon 882410 (Musikschule) oder Telefon 84726 (Haus der Begegnung) für den Kursus anmelden.

WOLFGANG WEITZDÖRFER

Quelle: RP
 
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