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Leben Und Lernen
Schüler dokumentieren Auschwitz-Reise

Wermelskirchen. Zum Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus' haben Schüler des Gymnasiums Wermelskirchen gestern eine Fotodokumentation im Foyer des Rathauses eröffnet. Dort stellen sie ihre eigenen Fotos aus, die sie im Konzentrationslager in Auschwitz-Birkenau geschossen haben. Die Schüler reisten nach den vergangenen Herbstferien nach Polen, die Fahrt fand im Rahmen ihrer Teilnahme an der Arbeitsgemeinschaft "Erinnerungen wachhalten"statt. Begleitet wurde die Schülergruppe von Anne Stroman und dem ehemaligen Lehrer Jochen Bilstein.

Weit mehr als 1000 Fotos entstanden bei dieser Fahrt, von denen nun 29 für die Fotodokumentation ausgewählt wurden. "Wir haben uns dienstags nach dem Unterricht immer in der AG getroffen und die Bilder gemeinsam ausgewählt. Schließlich sollen sie auch die traurige Stimmung, die dort herrscht, transportieren und ein Stück weit auch das ausdrücken, was uns berührt hat", berichtet der 17-jährige David Peters. Die Bilder sind jeweils mit persönlichen Texten versehen und zeigen eindrucksvoll, wie düster und schaurig diese Orte auch in der heutigen Zeit noch wirken.

Daher sei die Reise auch generell eine wertvolle Erfahrung für die Gruppe gewesen, sagt Lina Krauß: "Man kann sich das vorher nicht wirklich vorstellen, wie es dort aussieht und was einen erwartet." Ihr Mitschüler Jan Flick bestätigt diese Eindrücke: "Erst vor Ort merkte man richtig die Belastung, wie schlimm es damals in diesen Lagern gewesen sein muss. Das konnte ich mir vorher nicht wirklich vorstellen." Und David Peters sagt: "Das Erschreckendste für mich war eigentlich nicht das, was wir gesehen haben, sondern die unfassbare Größe der Anlagen. Es waren an dem Tag nur wenige Besucher da, daher wirkte alles noch viel größer." Einige Schüler der Gruppe berichten aber auch, dass für sie die Begegnung mit einer jüdischen Zeitzeugin, die den Nazi-Terror in einer fremden Familie überlebte, allerdings emotionaler gewesen sei. "Ich wollte unbedingt noch einen Zeitzeugen kennenlernen, solange noch die Chance besteht", erzählt die 17-jährige Sabrina Figge. Und auch für Lehrerin Anne Stroman war die Fahrt ein einschneidendes Erlebnis. "Die Ausmaße des Grauens kann man sich ja auch dann nicht vorstellen, wenn man einmal da gewesen ist. Es wird einem dort nur näher gebracht. Daher glaube ich, war die Begegnung mit der Zeitzeugin das schockierendste Erlebnis für die Schüler, das persönliche Schicksal ging vielen ziemlich nah." Die Fotos sind bis zum 10. Februar im Foyer zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen."

MARKUS PLÜM

Quelle: RP
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