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Familie & Co.
Schülerinnen aus Amerika für ein Jahr in Wermelskirchen

Wermelskirchen. Die 17-jährige US-Amerikanerin Daisy Pinckley findet Wermelskirchen toll. Seit zwei Monaten lebt die Austauschschülerin aus Arizona hier bei Familie Altevogt. Anfang September bezog sie das Zimmer der ältesten Tochter, die ein Jahr in Argentinien verbringt. Auch Erica Foster-Allen (18) aus Texas lebt noch bis Juni 2016 in Wermelskirchen. Untergebracht ist sie bei Silvina und Armin Himmelrath.

Momentan sucht Daisy nach Möglichkeiten, in Wermelskirchen Musik zu machen. "In Amerika habe ich viele Freunde, die in einer Band spielen. Hier habe ich noch keine Musiker kennengelernt", sagt sie. Auf der Gitarre spielt sie deswegen allein. "Oder ich singe unter der Dusche", erzählt die 17-Jährige mit einem Augenzwinkern. Erica Foster-Allen möchte in Sachen Musik die Möglichkeiten nutzen, die ihr das Jugendorchester Dabringhausen bietet. Bald wird sie dort mit dem Waldhornspiel beginnen. Auch hat sie vor, häufig in der Kattwinkelschen Fabrik vorbeizuschauen und Kontakte zu anderen Jugendlichen zu knüpfen.

Daisy findet ihre Gastfamilie, zu der Mutter Birgit (47), Vater Martin (50), Tochter Hannah (11) und auch eine Katze gehören, wirklich super. "Ich finde es unglaublich, dass eine Familie zu einer Fremden so nett sein kann." Die Altevogts sind von der Austauschschülerin ebenso begeistert. "Daisy ist Vegetarierin. Das haben wir für uns als Ansporn genommen, ebenfalls weniger Fleisch zu essen", erzählt Birgit Altevogt.

Die Organisation "Partnership International" arrangiert die Autauschprojekte. Daisys Reise wird in Zusammenhang mit einem Stipendium vom Deutschen Bundestag bezahlt. Pate ist Wolfgang Bosbach, Bundestagsabgeordneter für den Rheinisch-Bergischen Kreis. Für Freizeitaktivitäten kommt die Schülerin aus Phoenix selber auf. An Wochentagen besucht sie die elfte Klasse des Städtischen Gymnasiums, freie Zeit verbringt sie mit ihren neugewonnenen deutschen Freunden. "Ich habe ihr davon abgeraten, sich zu oft mit anderen Austauschschülern aus Amerika zu verabreden. Einige sind in Gastfamilien untergebracht, die viele Kilometer entfernt wohnen. Es geht eine Menge Zeit verloren, wenn man sich immer darum kümmern muss, wie man von A nach B kommt. Mit den Amerikanern kann sich Daisy auch nach der Rückkehr in den USA wieder treffen", berichtet Birgit Altevogt. Mit Wermelskirchenern ist die Austauschschülerin ohnehin gerne zusammen. "Hier sind alle so freundlich", meint die 17-Jährige.

Daisy und Erica kamen mit geringen Deutschkenntnissen ins Bergische Land und bemühen sich seither, die Sprache schnell zu erlernen. Birgit Altevogt ist von den Fortschritten ihrer Gastschülerin begeistert. "Wir sitzen oft zusammen und beschäftigen uns mit der Grammatik. Daisy ist sehr ehrgeizig, was das Deutschlernen angeht", sagt die Wermelskirchenerin. Altevogt ist sicher: Wenn Daisy im kommenden Juni wieder abreist, wird die Familie darüber traurig sein. M. Eickhorn

Quelle: RP
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