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Klassentreffen
Verbundenheit der ehemaligen Schüler noch heute spürbar

Wermelskirchen. Ehemalige Schüler der Volksschule Eschbachtal kamen am Samstagabend zum Klassentreffen im Hotel zur Eich zusammen. Fast ein halbes Jahrhundert ist es her, dass sie ihren Abschluss machten: Sie sind schon länger draußen, als sie jemals drin gewesen wären, doch die Verbundenheit zwischen den Mitschülern hält an. Seit 1996 treffen sie sich alle zwei Jahre, um alte Zeiten aufleben zu lassen, voneinander zu wissen und sich nicht endgültig aus den Augen zu verlieren. Am Samstag trafen sich 22 ehemalige Weggefährten aus den Jahrgängen 1994 bis 1949.

In der ehemaligen Dorfschule, die Mitte der 60er Jahre endgültig ihre Pforten schloss, saßen alle in einem Klassenzimmer zusammen. "Die Schule war zweiklassig", erinnerte sich Hans Umbach. In einen Raum saßen die Erst- bis Viertklässler zusammen, im anderen Schüler der fünften bis achten Klasse. "Wir wohnten zwar ziemlich weit verstreut, weil das Einzugsgebiet der Schule groß war - aber in der Klasse waren wir wie eine Großfamilie." Die Jüngeren lernten schon mit den Älteren mit. So war es nicht ungewöhnlich, dass auch schon die Fünftklässler in Mathe die Wurzel ziehen konnten, "obwohl das erst in der siebten Klasse gelehrt wurde", erklärte der 67-Jährige. Ihre Schulzeit sei prägend gewesen, die große Verbundenheit zwischen den Mitschülern noch heute spürbar. Weit weg sind nur die wenigsten Ehemaligen gezogen, der überwiegende Teil ist im Bergischen verwurzelt. "Über den Weg laufen wir uns trotzdem nur ganz selten", sagte Umbach. Es gebe nur wenige Ausreißer, eine von ihnen ist Doris Müller, die es nach Frankfurt zog. Für sie ist die Fahrt in die Heimat, spätestens alle zwei Jahre zum Klassentreffen, ein Pflichttermin. Sie zählt zu den Initiatorinnen des Klassentreffens, dass 1986 zum ersten Mal stattfand. Seitdem kümmert sich Rosemarie Will um die Organisation. "Leider sind schon viele unserer Mitschüler verstorben", bedauerte Will, die mittlerweile in Solingen wohnt, während des Treffens am Samstag. "Jetzt ist nur noch der harte Kern übrig."

Besonders in Erinnerung geblieben ist ihnen Lehrer Bend, der von 1915 bis 1959 in der Volksschule unterrichtete. "Er spielte jeden Morgen 'Lobet den Herren' auf seinem Harmonium - und wir mussten mitsingen", sagte Umbach und fügte an: "So etwas kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen."

(sebu)
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