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Blickpunkt Wirtschaft
Weik macht sich auch bei der IHK für die Integration von Flüchtlingen stark

Wermelskirchen. In den letzten Wochen seiner Amtszeit als Bürgermeister hatte sich Eric Weik im vergangenen Jahr mit allen Kräften dafür eingesetzt, die kurzfristig nach Wermelskirchen zugewiesenen Flüchtlinge menschenwürdig unterzubringen und langfristig gesehen auch in die Gesellschaft zu integrieren. Mehrere Sporthallen in der Stadt mussten kurzerhand geschlossen und als Flüchtlingsunterkünfte hergerichtet werden.

Seit November 2015 ist Weik Hauptgeschäftsführer der IHK Mittleres Ruhrgebiet - und auch in seiner neuen Funktion geht er sich mit großem Engagement die Frage an, wie die etwa 10.000 Zugewanderten in seinem IHK-Bezirk (Bochum, Herne, Witten, Hattingen) integriert werden können. In diesem Zusammenhang startet Weik das Mentoren-Programm "In Charge" für Flüchtlinge mit Asylstatus oder einer realistischen Aufenthaltsperspektive.

Es ist ein breites Bündnis der vier Städte, der Ruhr-Universität, der Hochschule Bochum, der Unternehmensverbände, Kreishandwerkerschaften, Arbeitsagentur, Kirchen oder auch islamischen Gemeinden. "Wir alle möchten mit unserem gemeinsamen Aufruf die Idee von ,In Charge' in die Unternehmen tragen: Wir suchen Mitarbeiter, die sich auf freiwilliger Basis als Mentoren engagieren möchten, um Flüchtlinge bei ihren ersten Schritten in Richtung Ausbildung und Job an die Hand zu nehmen. Das ist für mich gelebte Integration", betont Weik.

Die Initiative "In Charge" wird von namhaften Unternehmen wie Opel oder DHL getragen und ist in Hessen bereits erfolgreich gestartet. Nun will Weik sie auch im Ruhrgebiet etablieren. "In Charge" geht von dem Grundgedanken aus, dass eine Integration der Flüchtlinge nur über eine Berufstätigkeit gelingen kann. Aber um die Menschen an den Arbeitsmarkt heranzuführen, ist nicht nur die Vermittlung von Deutsch-Kenntnissen und Qualifikationen, sondern auch das Vertrautmachen mit der deutschen Kultur und der Arbeitswelt wichtig - ganz zu schweigen von der Unterstützung bei Behördengängen.

Dafür werden nun Mitarbeiter in den Unternehmen gesucht, die sich freiwillig für eine Zeit von zwölf Wochen als Mentoren zur Verfügung stellen und sich einmal pro Woche mit dem Flüchtling treffen, den sie unterstützen. In Hessen gibt es bislang 150 solcher "Tandems" - "das schaffen wir hier locker. Eine Stunde Zeit pro Woche sollte jeder haben", meint Eric Weik und fügt an: "Unser Ziel ist, diese Menschen an unseren Arbeitsmarkt heranzuführen. Es ist der richtige Schritt zur Integration." Diesen Satz kennt man von ihm noch zu gut aus seiner Zeit als Bürgermeister von Wermelskirchen.

SEBASTIAN RADERMACHER

Quelle: RP
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