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Blickpunkt Wirtschaft
"WollWerk" bezieht die ehemalige "Schnitzelpfanne"

Wermelskirchen. Funktioniert der Plan, dürfte das für Grunewald eine Belebung bedeuten: Tina Lausch zieht mit ihrem Geschäft "WollWerk" vom nahegelegenen Wenschebach in das Gebäude Grunewald 30, was einst als "Schnitzelpfanne" bekannt war und zuletzt "Der Pferdenarr" beherbergte. Neben dem Fachgeschäft für Wolle und Strickzubehör eröffnet Tina Lausch am 30. September das Café "KaffeeKlatsch".

Zurzeit renovieren Handwerker die Räume, teils werden neue Böden und beispielsweise neue Stromleitungen verlegt. Am Eröffnungstag gehen die Türen zu beiden Geschäften um 10 Uhr auf.

Vor beinahe auf den Tag genau drei Jahren eröffnete Tina Lausch ihr kleines Geschäft "WollWerk". Dafür "eroberte" sie sich in einem Ferienhäuschen im heimischen Garten in Wenschebach ein Zimmer. "Seither habe ich einen sehr guten Zuspruch, der mich anfangs überrascht hat. Das Zimmer ist schlicht und einfach zu klein", sagt die 41-jährige Mutter von zwei Kindern im Alter von elf und 16 Jahren. Mit dem Umzug in die ehemalige "Schnitzelpfanne" Ende September gewinnt sie mindestens das Sechsfache an Platz: Das Café, das im Sommer auch zusätzlich auf der Außenfläche betrieben wird, verfügt über etwa 100, das Woll-Fachgeschäft über etwa 90 Quadratmeter.

Letzteres liegt auf der Frontseite des Gebäudes, das Café platziert die Betreiberin im Kaminzimmer. "Bei Kaffee, Tee, selbst gebackenem Kuchen und Waffeln soll das Feuer im Winter gemütlich knistern", sagt Tina Lausch mit Blick auf die kalte Jahreszeit.

Sie weiß aus Erfahrung: Gerade in Sachen Wolle strömen die Kunden besonders in den Monaten November und Dezember zu ihr. Manche "WollWerk"-Kunden nehmen weite Wege auf sich, um ihre Vorräte in Dabringhausen aufzustocken: Sie kommen aus Wuppertal, Solingen, Remscheid, Leverkusen oder auch Bergisch Gladbach. "Die Kundin mit der weitesten Anreise stammt aus Peine bei Hannover. Sie kommt immer vorbei, wenn sie private Besuche in Wermelskirchen macht", erzählt Tina Lausch.

"WollWerk" verkauft Wolle spezieller Hersteller, die ansonsten bestenfalls im Internet zu bestellen ist. "Das ist reines, hochwertiges Material ohne künstliche Fasern", beschreibt Tina Lausch. Ihr war wichtig, dass sie am zukünftigen Standort in Grunewald über eine Bushaltestelle vor der Tür und ausreichend Parkplätze verfügt, dass ihr Geschäft aber in ländlicher Lage und in der Nähe ihres Zuhauses ihren Sitz hat. "Ein Geschäft mitten in der Stadt wäre nichts für mich. Mich reizt so ein schönes Gebäude mit Historie", sagt die WollWerk"-Inhaberin, die mit einem Architekten verheiratet ist. Außerdem komme eh kein Kunde zufällig ins Geschäft, sondern sehr gezielt. Café und Wollgeschäft würden sich gut ergänzen, aber das Café stehe jedem offen: "Auch denen, die mit Stricken nichts am Hut haben", betont Lausch.

In der Anfangszeit werde ihre Mutter helfen. "Wenn es gut läuft, kann ich mir vorstellen, auch jemanden einzustellen", sagt die Inhaberin. Sie will die Entwicklung abwarten. Fest steht: Mittwochs ist Ruhetag. "Ich habe mich in dem Gebäude schon immer wohl gefühlt", berichtet Lausch: "Eigentlich wollten wir mieten, jetzt haben mein Mann und ich das Haus gekauft." Die Mieter in der Wohnung auf der ersten Etage bleiben dort. STEPHAN SINGER

Quelle: RP
 
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