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Wermelskirchen
Stadtsparkasse schließt drei Filialen

Wermelskirchen. Zum 1. Dezember gibt die Sparkasse ihre Zweigstellen in Tente und Dhünn auf. Die Filiale am Rathaus schließt bis Ende 2018. Der Grund: Die Kunden bleiben weg. Die Filialen Dabringhausen und Berliner Straße sind gesichert. Von Sebastian Radermacher

2500 Kunden der Stadtsparkasse haben in diesen Tagen einen Brief mit für sie schlechten Neuigkeiten erhalten: Die Stadtsparkasse wird drei Filialen in Wermelskirchen schließen. Zum 1. Dezember gibt sie die Zweigstellen in Tente und Dhünn auf. Die Filiale am Rathaus schließt bis Ende 2018, teilt Vorstandsvorsitzender Rainer Jahnke mit. Der Hauptgrund: Die Kundenfrequenz in den Filialen geht immer mehr zurück. "92 Prozent aller Transaktionen werden mittlerweile elektronisch abgewickelt", berichtet der Sparkassen-Chef.

Dieser Trend sei bereits seit langer Zeit spürbar gewesen. "In den vergangenen Jahren hat sich das Kundenverhalten durch Digitalisierung und technischen Fortschritt stark verändert, so dass die Filialen für die Abwicklung von Geldgeschäften immer seltener aufgesucht werden", erläutert Jahnke. Zunehmend nutzen Kunden das sogenannte Onlinebanking oder Smartphone-Apps der Sparkasse für ihre Überweisungen.

Außerdem heben sie unabhängig von den Öffnungszeiten der Filialen Geld am Automaten ab und eben nicht mehr am Kundenschalter. "Und auch das Bezahlen von Erledigungen des täglichen Lebens, zum Beispiel der Einkauf oder das Tanken, erfolgt zunehmend elektronisch", sagt Jahnke. Einige Fakten belegen diesen Trend: Die Zahl der in den Filialen der Stadtsparkasse gedruckten Kontoauszüge ist seit 2011 um 30 Prozent zurückgegangen. Nur noch ein Drittel der Kunden im Vergleich zum Jahr 2000 lässt sich aktuell Bargeld am Kundenschalter auszahlen. Und der Anteil der in den Filialen abgegebenen Überweisungsträger liegt nur noch bei 15 Prozent.

In den Jahren 2006 bis 2008 hatte die Stadtsparkasse noch stark in die Modernisierung der einzelnen Filialen investiert. "Es waren Millionen-Ausgaben. Über die erhöhte Attraktivität haben wir versucht, die rückläufige Kundenfrequenz zu stoppen. Das ist uns leider nicht gelungen", bedauert Jahnke.

Bereits seit 2012 sind die Zweigstellen in Tente (drei Tage) und Dhünn (zwei Tage) nicht mehr an allen Wochentagen geöffnet. Bald fallen sie ganz weg. Bei den Veränderungen der vielfach liebgewonnen Filialen gebe es aber auch Konstanten: Die Geldautomaten bleiben an den Standorten erhalten. Jahnke: "Die Bargeldversorgung ist dadurch weiterhin in allen Ortsteilen Wermelskirchens rund um die Uhr gewährleistet." Zudem können Kunden Kontoauszüge weiterhin an den Standorten ausdrucken und auch Überweisungsträger in einen Briefkasten einwerfen.

Die Stadtsparkasse führt zudem ein neues Angebot ein: Sie bietet bald einen Bargeld-Service für Kunden an, die in ihrer Mobilität stark eingeschränkt sind. "Nach vorheriger Bestellung liefert ein Mitarbeiter Bargeld an zwei Terminen im Monat direkt zu den Kunden nach Hause", kündigt Jahnke an.

Die Filialen an der Berliner Straße und in Dabringhausen sind nicht gefährdet. "Sie sind so groß, dass sie auf lange Zeit weiter aufrechterhalten werden können. Es sind aus heutiger Sicht definitiv sichere Standorte", betont Jahnke.

Der Bedarf an qualifizierten, zeitintensiveren Beratungen sei in Wermelskirchen unverändert vorhanden. Deswegen werde die derzeitige Filialleiterin aus Tente und Dhünn, Anke Lienen, künftig das Team an der Berliner Straße mit ihrer Beratungskompetenz bereichern. Die anderen Mitarbeiterinnen aus den beiden Filialen (zwei Vollzeit-, eine Teilzeitkraft) werden Tätigkeiten in verschiedenen Bereichen der Sparkasse übernehmen. "Es gibt keine Kündigungen", stellt der Sparkassen-Chef klar. Er sagt aber auch: "Insgesamt bauen wir Personal ab. Stellen, die frei werden, bleiben teilweise vakant oder werden mit Zeitverzug neu besetzt."

Kunden mit einem Schließfach in den betroffenen Filialen werden bei der Verlegung ihrer Wertsachen in eine andere Filiale vom Mitarbeiterteam aus Dhünn und Tente begleitet. Die räumlichen Kapazitäten wurden dafür geschaffen.

Jahnke betont: Die Sparkasse Wermelskirchen ist seit jeher wirtschaftlich gut aufgestellt und ein überaus solides Finanzunternehmen. "Werden die Filialen jedoch aus gut nachvollziehbaren Gründen immer weniger besucht, ist es irgendwann an der Zeit, Konsequenzen aus dem Trend zu ziehen." Dass sie in Filialen arbeiten, die von Kunden fast nicht mehr aufgesucht werden, sei auch für die Mitarbeiter der Sparkasse nicht zufriedenstellend, sagt Jahnke.

Quelle: RP
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