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Wermelskirchen
Stehende Ovationen für den "Major"

Wermelskirchen. Die "Klaus-,Major'-Heuser-Band" brillierte wieder im kleinen Saal der Katt. Von Bernd Geisler

Die Band des früheren "BAP"-Gitarristen Klaus "Major" Heuser scheint jünger zu werden: Saßen zumindest Gitarrist Heuser und Sänger Thomas Heinen im vorigen Jahr während des Gigs auf Barhockern - "laid back", dem Alter angemessen - standen sie nun bis auf einen Song auf ihren Füßen und ließen es krachen. Ja, sie können noch gut mit umgehängter Gitarre die Hüften kreisen lassen und dabei abrocken.

Passender konnte das Motto "57" der diesjährigen Tour auch nicht sein: Es ist der Titel des neuesten Albums der Band. Es erschien im September 2014, da war der "Major" 57 alt. Darüber hinaus stattete der Gitarrenbauer Gibson im Jahr 1957 sein Modell "Gibson Les Paul" erstmalig mit neu entwickelten Tonabnehmern aus, die einen typisch "singenden" Sound erzeugen. Heuser spielte ein solches Modell in Wermelskirchen. Und so war dann auch die Musik, die die "Klaus-,Major'-Heuser-Band" spielte, typisch erdige, kraftvolle Gitarrenmusik, die direkt aus dem Bauch herauszukommen schien.

Das Konzert startete mit dem ersten Stück des Albums "Catch the Flame". Und die Zuhörer in der vollen kleinen Halle der Katt gingen sofort wie auf Kommando mit. Wenngleich zunächst nicht harte Rock-Riffs tonangebend in die Beine fuhren, so war trotzdem alles drin, was einen Heuser-Song ausmacht: hörenswerte Melodie mit eingängigem Refrain, glatte Akkord-Übergänge, unspektakulärer, aber fundamentaler Bass, akzentuiertes Schlagzeug, Melodie und Harmonie unterstützendes Keyboard, markanter Gesang und natürlich ein Gitarrensolo. Heuser ließ die Töne stehen und endlos ausklingen, bis sie zu schweben schienen. Kein Wunder, wenn hier und da in den Songs Erinnerungen an den Gitarristen Peter Green (Superhit "Albatros" mit Fleetwood Mac) "um die Ecke schielten".

Aber auch sonst küsste die Band manch vergessen Geglaubtes wach. Heinens Stimme klang zuweilen nach Peter Gabriel oder Chris Thompson, Sänger der "Manfred Mann's Earth Band". Die Zuhörer segelten, getragen von unkomplizierten Rock-Songs mit der Band auf einer Nostalgie-Wolke davon, quer durch sämtliche Wohlfühlstimmungen.

Als zum Schluss der Mann am Mischpult den Lautstärkeregler noch mehr öffnete, Keyboarder Matthias Krauss einen fetten Hammond-Orgelsound auflegte und der "Major" seiner Gitarre ein Status-Quo-Anfangsriff entlockte und wie von der Leine gelassen in alter Gitarrero-Manier losdudelte, spendete die gesamte Halle stehende Ovationen.

(bege)
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