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Wermelskirchen
Steinco zieht um, Stöcker übernimmt im Ostviertel

Wermelskirchen: Steinco zieht um, Stöcker übernimmt im Ostviertel
FOTO: Hertgen Nico
Wermelskirchen. Das Familienunternehmen hat das Werk 2 an der Wustbacher Straße an Metallbearbeitung Stöcker aus Emminghausen verkauft. Steinco zieht dafür in das ehemalige Posseik-Logistikzentrum an der Handelsstraße. Von Udo Teifel

Der Schriftzug "Posseik" ist verschwunden, nun ist am Logistikzentrum der ehemaligen Möbelfabrik der Name "Steinco" zu lesen. In den sozialen Netzwerken macht dieses Bild längst die Runde. Das Unternehmen gibt seinen Standort an der Wustbacher Straße auf - den Gebäudekomplex hat der Emminghausener Klaus Stöcker gekauft. Er wird mit seiner Firma "Metallbearbeitung Stöcker" ins Ostviertel ziehen.

Als es der Möbelfabrik Posseik noch gut ging, bauten die Geschäftsführer das 8500 Quadratmeter große Logistikzentrum im Industriegebiet an der Albert-Einstein-/Ecke Handelsstraße. Verbunden wurden die Produktionsstätten mit einer Brücke, um die fertigen Möbelstücke schnell und trocken über die Straße zu transportieren. Doch nach der Insolvenz wurde das 2002 gebaute Gebäude nur noch als Lagerhalle genutzt.

An der Handelsstraße steht das ehemalige Posseik-Logistikzentrum. An der Front ist jetzt das Logo der Firma Steinco angebracht worden. FOTO: Michael Schütz

Steinco hatte die ehemalige Schuhfabrik an der Wustbacher Straße 1938 erworben, in diesem "Werk 2" wurden Rollen und Räder produziert. Doch direkt neben dem ehemaligen Posseik-Logistikzentrum entstand 1979 das Steinco-Werk 3 - Versand, Produktion und Konstruktion sind dort unter anderem untergebracht. 8500 Quadratmeter Fläche in direkter Nachbarschaft scheint für das Familienunternehmen geradezu ideal zu liegen. Und so griff man zu.

Für Klaus Stöcker war die Steinco-Entscheidung ebenfalls die Lösung für sein Unternehmen. Denn auch er musste expandieren - und mit der Wustbacher Straße war der ideale Standort gefunden. Der Emminghausener Unternehmer möchte gern Anfang Oktober umziehen, aber noch ist Steinco nicht komplett ausgezogen. Dies soll aber bis Ende September geschehen, berichtete Stöcker. "Wir müssen dann an der Wustbacher Straße das Untergeschoss umbauen und auch den Fußboden sanieren."

Stöcker ist gelernter Universalfräser und Maschinenbautechniker. 1990 gründete er seine Firma im ehemaligen landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern in Emminghausen. 1992 folgte der erste Anbau, 1995 wurde im ehemaligen Schweinestall das "Werk 2" eingerichtet, im Jahr 2000 eine weitere kleine Halle gebaut, und 2005 wurde schließlich eine Gewerbeimmobilie an der Südstraße erworben. Doch all dies ist letztlich zu klein. Und so kaufte er die Steinco-Immobilie, wo seine 33 fest angestellten Mitarbeiter und die Maschinen Platz haben. Maximal 50 Mitarbeiter könnte er unterbringen, doch das ist nicht das Ziel. "Das Ziel ergibt den Markt. Danach orientiere ich mich", sagt er.

Metallbearbeitung Stöcker stellt mechanisch bearbeitete Teile aus Stahl her - das Unternehmen ist breit aufgestellt als Dienstleister für Automobilzulieferer, für die Rollen- und Räderindustrie ebenso wie für die Chemie-, Lebensmittel- und Verpackungsbranche. "Drehen, fräsen, schleifen" - das ist es im Kern.

In seinem Betrieb bildet Stöcker auch den eigenen Nachwuchs heran: Ein bis zwei Auszubildende je Lehrjahr hat er. "Der Markt bietet keine Facharbeiter. So dient die Ausbildung dem Selbstzweck: Nur so überleben wir am Markt."

An der Wustbacher Straße wird auch eine neue Fertigungslinie aufgebaut - für ein additives Fertigungsverfahren. Diese Fertigungstechnologie dient dem dreidimensionalen Kunststoff- und Stahldruck. Die Zukunft hält Einzug.

Quelle: RP
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