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Wermelskirchen
Stoppt das Land Polizei-Dienststelle vor Ort?

Wermelskirchen. Nach dem Wegfall der Wache soll eine Bezirksdienststelle im bisherigen Gebäude eingerichtet werden. In Leichlingen wurde dies offenbar nicht freigegeben. Auch Wermelskirchen wird wohl noch überprüft. Von Sebastian Radermacher und Peter Korn

Seit knapp zwei Wochen ist die Polizei in der neuen Verbundwache für den Nordkreis in Hilgen beheimatet. Zwei Bezirkspolizisten sollen aber dauerhaft in Wermelskirchen präsent bleiben. und ein Büro in der bisherigen Wache an der Telegrafenstraße beziehen. Zurzeit gibt es laut Internetseite der Kreispolizei keine festen Sprechzeiten, sondern Termine nur nach Vereinbarung. Stadtsprecher Jürgen Scholz betont, dass in der bisherigen Wache eine Bezirksdienststelle der Polizei eingerichtet werden soll. "Wir gehen nach wie vor davon aus, dass wir dort Platz schaffen werden", sagt Scholz. Gestern gab's ein weiteres internes Abstimmungsgespräch. Scholz: "Eine Entscheidung steht aber noch aus."

Allerdings könnte das Land diesen Plänen noch einen Strich durch die Rechnung machen. Stoppt es womöglich die Planung für das Polizei-Büro in Wermelskirchen? Ein Blick nach Leichlingen, dessen Bezirkspolizisten eigentlich seit gestern im Rathaus untergebracht werden sollten, lässt diese Annahme zu. Denn aus dem Einzug wird vorerst nichts, vielleicht fällt er sogar gänzlich aus. Der Grund: Das Land NRW prüft zurzeit die Konzeption, die hinter der angedachten Anlaufstelle der Polizei im Leichlinger Rathaus steckt - "und zwar völlig ergebnisoffen", wie ein Sprecher des Innenministeriums mitteilte. Leichlingen könnte die Polizei-Anlaufstelle also verlieren. Werden auch die Pläne für die Wermelskirchener Bezirksdienststelle vom Land überprüft?

Polizeisprecher Richard Barz teilt mit, dass es noch keinen Vertrag für die Nutzung des Gebäudes an der Telegrafenstraße ab April gibt - bis Ende März läuft noch der aktuelle Mietvertrag zwischen Stadt und Polizei. Der neue Vertrag werde zur Prüfung nach Düsseldorf geschickt, falls die Pläne "mit einer finanziellen Vergütung verbunden sind". Wenn also die Polizei Miete an die Stadt für die Nutzung zahlen muss. Eine Entscheidung dazu sei noch nicht gefallen, sagt Barz. Stadtsprecher Jürgen Scholz stellt aber bereits klar, dass die Polizei künftig Miete zahlen müsse. Demnach würde es zu einer Prüfung durch das Land kommen.

Leichlingens Bürgermeister Frank Steffes ist stinksauer. In Zeiten zunehmender Sicherheitsbedürfnisse innerhalb der Bevölkerung sei ein solches Signal "eine Katastrophe". Die Mietverträge für die Anlaufstelle im Leichlinger Rathaus wurden laut Polizei bereits im Dezember an die Landesbehörden geschickt. Seitdem warte man darauf, dass Düsseldorf die Verträge endlich abzeichne. Dort beurteilt man den Vorgang offensichtlich völlig anders. Der Ministeriumssprecher jedenfalls machte deutlich, es gehe keineswegs nur um die Mietverträge, sondern "um das gesamte Konzept, das dahintersteckt".

Welche Konsequenzen diese Aussagen für die geplante Bezirksdienststelle in Wermelskirchen haben, bleibt abzuwarten.

Quelle: RP
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