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Wermelskirchen
Straußenfarm ist zum Schutz abgeriegelt

Wermelskirchen: Straußenfarm ist zum Schutz abgeriegelt
Kerstin Schnabel gehört zu den Mitarbeitern der Straußenfarm, die das Gelände im Schutzanzug betreten darf. Für alle anderen ist das weiträumige Areal "Sperrgebiet" FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. Verschärfte Hygienemaßnahmen wegen der Vogelgrippe nun auch für kleinere Betriebe. Farm-Besitzer Klaus Stöcker lässt nur noch wenige Mitarbeiter zu den Tieren. Bei einer Aufstallung siedelt er die Küken an die Wustbacher Straße um. Von Udo Teifel

Der beliebte Wochenendausflug zur Straußenfarm in Emminghausen ist vorläufig gestrichen. Farm-Besitzer Klaus Stöcker hat das Areal seit Tagen abgesperrt. Als reine Vorsichts-Maßnahme. Denn zum Schutz des Geflügels vor der Vogelgrippe hat das Bundeslandwirtschaftsministeriums verschärfte Hygienemaßnahmen auch für kleinere Geflügelhaltungen angeordnet. Und das trifft auch den bergischen Straußenfarmer.

"Ich habe mich schon in der vergangenen Woche mit meinen vier Mitarbeitern zusammengesetzt. Jeder hat sich Gedanken gemacht, wie wir das H5N8-Virus von unserem Hof fernhalten können." Seine erste Maßnahme: Fremde wie auch Nachbarn, Freunde, Besucher, kommen nicht mehr aufs Straußengelände oder in die Ställe.

Erkrankungen an dem Vogelgrippe-Virus sind laut Kreisverwaltung bei Wildvögeln und in der Nutzgeflügelhaltung festgestellt worden. In NRW wurden bislang zwei tote Wildvögel entdeckt, die infiziert waren. Dabei handelte es sich um eine Reiherente und einen Bussard, die laut Kreisverwaltung in Hagen und Wesel gefunden wurden. Kreissprecher Alexander Schiele: "In Nutztierbeständen ist in NRW das Virus bislang noch nicht aufgetreten."

Damit dies möglichst so bleibt, gelten nun auch für die kleinen Betriebe, in denen Geflügel gehalten wird, die verschärften Sicherheitsregeln. Bislang mussten sich nur große Betriebe daran halten. "Eine Pflicht, die Tiere im Stall unterzubringen, gibt es bei uns im Kreis aber noch nicht. Allerdings rechne ich damit, dass dies in naher Zukunft noch geschieht", macht der Amtstierarzt des Rheinisch-Bergischen Kreises, Dr. Thomas Mönig, deutlich. Für Menschen ist das Virus nach bisherigen Erkenntnissen nicht gefährlich. Die vom Bund geforderten Maßnahmen hat der Emminghausener längst schon umgesetzt. Der gesamte Zugang ist gesperrt, nur die jeweils diensthabenden Mitarbeiter dürfen das Gelände und die Ställe betreten. Sie tragen Einmal-Schutzkleidung, die nach dem Gebrauch zu entsorgen ist. Schutzkleidung muss nach dem Verlassen der Ställe sofort abgelegt werden; Schuhe, in diesem Fall Gummistiefel, dürfen nur im Stall getragen werden. "Es gibt eine klare Anweisung, dass vor dem Dienstantritt, also dem Betreten des Stalles, die Hände und Schuhe desinfiziert werden müssen." Dazu hat Stöcker einen leerstehenden Kükenstall zur Desinfektionsstation umgebaut.

210 Tiere hat Klaus Stöcker auf seiner Farm. Für die mögliche Aufstallung, also die Stallpflicht für alle Tiere, hat er bereits geplant. Etwa 70 Küken würde er dann in seinem neuen metallverarbeitenden Betrieb an der Wustbacher Straße unterbringen. "Ich habe dort eine größere, leerstehende Halle. 400 Quadratmeter würde ich für die Küken vorbereiten", sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung. Er müsste dann nur den neuen glatten Fußboden wieder aufrauen. "Aber das würde im Fall der Anordnung für eine Entspannung in den Ställen sorgen", ist sich Stöcker gewiss.

Bei den Schutzmaßnahmen, die vom Bund angeordnet sind, geht es darum, die Verbreitung von Wildvogelkot und sonstige Kontakte zwischen Hausgeflügel und Wildvögeln so gut es geht zu verhindern. "Schon kleinste Mengen Vogelkot, beispielsweise an den Schuhsohlen, können das Virus enthalten und die Infektion an unsere Haushühner weitergeben", sagt Veterinär Dr. Mönig.

Stöcker will trotz der Vorbereitungen, die ihn 10.000 bis 15.000 Euro kosten, eine Ausnahmegenehmigung beantragen. "Wir sind hier ja keine typische Geflügelhalterregion." Es sei zwar eine Ausnahmesituation, für die er bereits diese Vorsichtsmaßnahmen getroffen habe, doch er habe keine große Angst. Er ist optimistisch: "Wir sind kein Gefährdungsgebiet. Wir haben hier keine durchziehenden Wildvögel, sondern nur Standortvögel."

Quelle: RP
 
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