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Wermelskirchen/Rhein-Berg
Sturmtief "Burglind" entwurzelt Bäume und lässt Pegel steigen

Sturmtief "Burglind" trifft mit Orkanböen auf NRW
Sturmtief "Burglind" trifft mit Orkanböen auf NRW FOTO: Oliver Berg/dpa
Wermelskirchen/Rhein-Berg. "Das Bergische Land macht seinem Ruf als regenreiche Region mal wieder alle Ehre", stellt Susanne Fischer, Pressesprecherin des Wupperverbandes, nach dem gestrigen Sturm samt Starkregens fest. Von Tim Kronner und Solveig Pudelski

Schon in den vergangenen Wochen hat es überdurchschnittlich viel geregnet, so dass das Wasser momentan nicht mehr versickern kann. "Die Böden sind gesättigt. Alles, was jetzt runterkommt, geht sofort in die Gewässer über", sagt Fischer. Noch sei zwar Platz in den Talsperren, Flüsse und Bäche können an einigen Stellen aber trotzdem über die Ufer treten. "Der Betrieb Gewässer ist in Bereitschaft. Wir sind in der Vorflutsicherung, damit es nicht zu Schäden kommt", sagt Fischer.

Dazu zählt etwa die Entfernung von umgestürzten Bäumen aus Gewässern. Trotzdem können Flüsse stellenweise über die Ufer treten und sich in die Auen ausbreiten. Noch gibt es laut Wupperverband keine Gefährdung für Wohnhäuser und andere Gebäude. Das Problem sei, dass sich selbst mithilfe der Talsperren nicht jeder Pegelanstieg vermeiden lasse. "Aus den Nebengewässern kommt ja immer mehr Wasser. Mit den Talsperren können wir nur die Spitzen abfangen", sagt Fischer.

Sturmtief "Burglind" fegt über NRW

In den drei großen Wasserreservoirs des Bergischen Landes ist laut Wupperverband noch Platz. Die Wupper-Talsperre ist bisher mit 15 Millionen Kubikmetern gefüllt, 25 Millionen passen hinein. Etwas weniger Raum steht in der Bever-Talsperre zur Verfügung, die momentan mit 17 von möglichen 23 Millionen Kubikmetern Wasser gefüllt ist. Das größte Wasserreservoir des Bergischen, die Dhünn-Talsperre, führt derzeit 58 von 72 Millionen möglichen Kubikmetern. "Die Stände sind zwar hoch, aber noch ist Puffer da. Das ist wichtig, da für die nächsten Tage noch weitere Regenschauer zu erwarten sind", erklärt Fischer. Der Wupperverband befindet sich weiterhin in erhöhter Aufmerksamkeit, sieht aber auch eine positive Seite: "Solange es nicht bedrohlich wird, können wir uns immerhin über einen guten Wasservorrat für den Sommer freuen", sagt Fischer.

Im Gegensatz zum Südkreis sei der Nordkreis - und damit auch Wermelskirchen - noch glimpflich davon gekommen, was Sturmschäden anbelangt, resümierte Holger Stubenrauch von der Feuerwehr. Die Kreis-Leitstelle hatte eine sogenannte Flächenlage ausgerufen. Somit wurden in den untergeordneten Stellen Meldeköpfe eingerichtet, die Einsätze vor Ort koordinierten. In Wermelskirchen waren Bäume umgestürzt: am Heidchen, an der Unterstraße, am Kirchweg und an der Bahnhofstraße. Und im Bereich Rauhe Hüls sorgte ein verstopfter Gully wieder einmal für eine überschwemmte Fahrbahn. Dort leistete die Feuerwehr rasche Abhilfe.

Schäden durch Sturmtief "Burglind" in ganz Deutschland FOTO: Frank Rumpenhorst/dpa

Mit verstopften Sinkkästen hatte auch der Betriebshof zu tun. "An bestimmten Stellen waren Seen auf der Straße", sagte dessen Leiter Volker Niemz. Seine Mitarbeiter reinigten die Kästen, so dass das Regenwasser wieder abfließen konnte.

Ein Bild von Sturmschäden im Wald machte sich gestern Revierförster Stefan Springer. "Es ist nicht so schlimm wie nach Kyrill, aber vor allem an den Westhängen gibt es einzelne Windwürfe." Dabei seien die Bäume nicht umgeknickt, sondern aufgrund der durchgeweichten Böden regelrecht entwurzelt worden. Eine komplette Übersicht über die Sturmschäden habe er allerdings noch nicht.

Damit es in den kommenden Tagen nicht doch noch zu Personenschäden kommt, rät das Regionalforstamt vom Betreten der Wälder ab. "Örtlich hat es erhebliche Schäden durch Windbruch gegeben", teilt Kay Boenig mit. Boenig weiter: "Teilweise hängen noch Baumteile in den Wipfeln und fallen erst Tage später hinunter. Die Aufarbeitung der Orkanschäden kann noch zwei bis drei Wochen dauern."

Quelle: RP
 
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