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Wermelskirchen
"Tafel"-Helfer stoßen an Belastungsgrenze

Wermelskirchen: "Tafel"-Helfer stoßen an Belastungsgrenze
Das Team der Tafel versorgt etwa 500 Haushalte regelmäßig mit frischen Lebensmitteln - hier Mona Weber bei der Essensausgabe. FOTO: Moll (Archiv)
Wermelskirchen. Mehr als 500 Haushalte werden mittlerweile von der Tafel unterstützt - etwa die Hälfte der Bedürftigen sind Flüchtlinge. Die Hilfe zu koordinieren, wird immer schwieriger. 45 Ehrenamtler sind im Einsatz. Weitere Helfer werden dringend gesucht. Von Sebastian Radermacher

Die ehrenamtlichen Helfer der Wermelskirchener "Tafel" kümmern sich um immer mehr bedürftige Familien. Mittlerweile werden mehr als 500 Haushalte mit regelmäßiger Essensausgabe und mit passender Kleidung unterstützt, teilt "Tafel"-Vorsitzende Brigitte Krips auf Anfrage unserer Redaktion mit. "Die Helfer stoßen langsam an ihre Grenzen, die Situation hat sich im vergangenen halben Jahr noch einmal verschärft", sagt Krips. Vor allem die steigende Zahl der zugewiesenen Flüchtlinge sei spürbar. Zahlreiche Einzelpersonen melden sich bei der "Tafel".

Krips schätzt, dass mittlerweile etwa 50 Prozent der Bedürftigen aus dem Flüchtlingsbereich kommen. "Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem es schwierig wird, die Hilfe zu koordinieren", gibt sie zu. Gleichwohl lassen sich Krips und die übrigen Ehrenamtler ihren Optimismus nicht nehmen. "Wir kriegen das bewerkstelligt." Man müsse jetzt aber eine Strategie entwickeln, wie die Unterstützung aller Bedürftigen, die sich melden, gewährleistet werden könne.

Teilweise müssen pro Woche 20 Menschen in die "Tafel-Kartei" aufgenommen werden. Diese Anmeldung war bislang immer dienstags, 10 bis 12 Uhr, möglich. "Da reicht die Zeit aber nicht mehr aus. Wir müssen darüber nachdenken, die Anmeldezeit zu erweitern", erläutert die Vorsitzende. Jede Anmeldung dauert in der Regel etwa zehn bis 15 Minuten, erst dann sind alle Daten erfasst. "Und man muss den Menschen ja auch die Abläufe erklären", sagt Krips. Die Essensausgabe erfolgt dann immer am Dienstag- und Mittwochnachmittag.

Um den steigenden Bedarf abdecken zu können, sucht die "Tafel" dringend zusätzliche Helfer, die bei der Anmeldung, bei der Essens- und Kleiderausgabe mithelfen oder die sich als Fahrer einbringen. Aktuell umfasst das Team 45 Ehrenamtler, die sich Woche für Woche engagieren. "Den Umfang ihres Einsatzes bestimmen die Helfer selbst", betont Krips. Manche helfen ein- bis zweimal pro Woche, einige nur vormittags, andere am Nachmittag. "Interessierte können auch gerne mal einen Tag mitarbeiten, so lernen sie die Abläufe kennen. Danach kann man gerne über einzelne Aufgaben sprechen. Wir sind da sehr flexibel", betont die Vorsitzende.

Krips ist froh über die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. "Wir stehen in engem Kontakt mit dem Sozialamt. Die Stadt unterstützt uns, so gut es geht." Vor allem die Frage, ob eine Person die Hilfe der "Tafel" überhaupt noch benötige, sei in der Regel schnell geklärt. Teilweise seien Flüchtlinge bei der "Tafel" registriert, verlassen dann aber Wermelskirchen kurzfristig und ziehen in eine andere Stadt. Krips: "Wenn jemand ein halbes Jahr nicht hier war, fragen wir bei der Stadt, ob er überhaupt noch hier gemeldet ist. Wenn nicht, können wir ihn aus unserer Liste entfernen."

Für die Kleiderkammer im "Tafel"-Container Vorm Eickerberg nehmen die Helfer aktuell keine Spenden entgegen. Der Grund: Die Kleiderausgabe wird für zwei bis drei Wochen geschlossen, weil in diesem Bereich des Containers die Decke erneuert werden muss. "Dafür müssen wir den Raum komplett leerräumen und die Kleidung zwischenlagern" erläutert Krips.

Grundsätzlich seien Kleidungsspenden aber weiterhin willkommen. "Wir benötigen saisonale Ware, also jetzt Winterkleidung. Und vor allem Schuhe für Kinder", appelliert Krips.

Quelle: RP
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