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Wermelskirchen
Tanzprojekt - mehr Darsteller als Zuschauer

Wermelskirchen: Tanzprojekt - mehr Darsteller als Zuschauer
Tänzer und Tänzerinnen des Wuppertaler Senioren-Tanztheaters traten im Rahmen der Aktion "Nachbarköpfe III" in der Kattwinkelschen Fabrik auf. FOTO: Hertgen
Wermelskirchen. Für Künstler ist Wermelskirchen schon mal ein schwieriges Pflaster. Das bekam jetzt das Senioren-Tanztheater aus Wuppertal zu spüren. Von Walter Schubert

"Nachbarköpfe III" heißt das Projekt, eine Mischung aus Tanztheater, Videokunst und Installation. Zwölf überdimensionale, mit Luft gefüllte weiße Köpfe sind in der Bogenbinderhalle der Kattwinkelschen Fabrik aufgestellt. Auf jeden Kopf wird mit einem Beamer ein Gesicht projiziert. Zunächst als statisches Bild. Dann werden die Gesichter lebendig und beginnen abwechselnd zu sprechen.

In dieser außergewöhnlichen Kulisse agieren dann die schwarz gekleideten Tänzer und Tänzerinnen des Senioren-Tanztheaters aus Wuppertal. Das Thema heißt Leben, Zeit und Alter. "Leben - das ist Zeit", "Die Zeiten sind vorbei", "Meine Zeit ist kostbar", "Die Zeit ist stehengeblieben", "Kommt Zeit, kommt Rat" - das sind die gesprochenen Zitate der Darsteller. Die ganze Bandbreite des menschlichen Lebens wird dargestellt. Fröhlichkeit, Trauer, Lachen, Liebe, das Zusammenkommen und die Trennung. Untermalt wird die Aufführung mit einer wunderbaren Mischung aus Klassik-, Jazz- oder französischer Chanson-Musik. Diese beeindruckende Aufführung organisieren Fridhelm Büchele (Initiator und Videokünstler), Claudio li Mura (Leiter des Tanztheaters) und Christian von Grumbkow (Künstler und Koordinator). Gefördert wird das Projekt durch das NRW-Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport.

Bereits viele Termine hat das Team in bergischen Region absolviert, Wermelskirchen war der Schlusspunkt für 2015 - und sicher nicht der erfolgreichste. Wo waren die Kunstinteressierten, die Theaterbesucher, wo waren die Senioren oder Schülergruppen? "Es ist eben Kunst", sagt Achim Stollberg von der Katt resigniert. Kunst tut sich in der Stadt offenbar schwer. Warum nur? Selbst wer sich mit Theater, Tanz und Videokunst nicht auskennt, wäre an diesem beeindruckt gewesen. Als Zuschauer fast mittendrin zu sitzen, umgeben von den riesigen, sprechenden Köpfen, das ist ein ganz besonderes Erlebnis. Vielleicht gibt es 2016 weitere Aufführungen, ein Besuch lohnt sich. Übrigens: Der Eintritt ist kostenlos.

Quelle: RP
 
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