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Wermelskirchen
Taubenhäuser als Problemlösung

Wermelskirchen: Taubenhäuser als Problemlösung
Taubenhäuser - wie hier in Wesel - soll es auch in Wermelskirchen geben, um dem Taubendreck den Kampf anzusagen. FOTO: Karin Koster
Wermelskirchen. Der stellvertretende Vorsitzende des Tierschutzvereins, Dr. Werner Güntermann, wird als sachkundiger Bürger einen Ratsantrag schreiben. Von Udo Teifel

Wird es, sofern es eine politische Mehrheit gibt, bald eine Lösung für die Stadttauben geben? Die Lösung schlägt jetzt Dr. Werner Güntermann vor - und zwar in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender des Tierschutzvereins und als sachkundiger Bürger der WNKUWG-Fraktion. "Wir brauchen ein Stadttaubenmanagement", so seine Ansage. Er wird per Antrag nach der Sommerpause vorschlagen, zwei Taubenhäuser zu bauen, um die Tiere aus der Innenstadt zu locken.

In seiner Fraktion werde das Thema seit gut einem Jahr diskutiert. "Wir haben uns in Städten wie Wuppertal und Oberhausen umgehört und sind dabei auf pfiffige Ideen gestoßen", sagt Güntermann.

Das Problem seien nicht die "wilden Tauben", sondern freigelassene Tauben - oftmals Brieftauben, die nicht den Weg in ihren Heimatschlag gefunden hätten. Während sich wilde Tauben nur einmal im Jahr paaren, seien Brieftauben so gezüchtet, dass sie ganzjährig brüten. "Und das ist eigentlich unser Problem", sagt Güntermann.

Deshalb wird seine Fraktion nach der Sommerpause den Antrag stellen, zwei Taubenhäuser zu bauen. Über Standorte solle gemeinsam nachgedacht werden - ideal wären nach Ansicht von Güntermann Hüppanlage, Rhombus oder Stadtpark. "Wir sind aber für Vorschläge offen." In den Taubenhäusern würden die Tauben artgerecht mit Futter und Wasser versorgt. "Die Tiere halten sich etwa 80 Prozent des Tages im Schlag auf. Sie paaren sich und brüten auf ihren Eiern." Diese werden dann regelmäßig, ohne dass die Tiere es merken, gegen Attrappen aus Gips oder Plastik ausgetauscht. "Diese gesteuerte Geburtenkontrolle stoppt die Population", ist sich Güntermann sicher. Mit den Taubenhäusern gibt es keine hungrigen Tauben mehr auf den Straßen und keine vom Taubenkot verschmutzten Gebäude, Bürgersteige und Autos.

Was sicher die Politiker freuen wird: Der Tierschutzverein wird sich hier aktiv einbringen. Güntermann: "Wir übernehmen als Verein die Betreuung und Versorgung der Tiere. Es haben sich für jeweils ein Haus vier Mitglieder als Betreuer gefunden."

Quelle: RP
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