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Wermelskirchen
Tierschutzverein - Güntermann tritt zurück

Wermelskirchen. Werner Güntermann (66) ist nicht mehr stellvertretender Vorsitzender des Tierschutzvereins. Er sollte eigentlich in diesem Jahr die Nachfolge der Vorsitzenden Magda Ditges antreten - die Zusammenarbeit sei allerdings nicht so verlaufen, wie er sich erhofft habe. Von Sebastian Radermacher

Voller Elan berichtete Werner Güntermann im Mai 2015 von seinem ehrenamtlichen Engagement im Tierschutzverein und von seinen Plänen, wie das Tierheim Wermelskirchen für die Zukunft gut aufgestellt werden kann. Ein knappes Jahr später muss er zugeben: "Damit bin ich gescheitert." Der 66-jährige Lerntherapeut und Kommunalpolitiker hat am Sonntagabend die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Magda Ditges, darüber in Kenntnis gesetzt, dass er mit sofortiger Wirkung vom Amt des stellvertretenden Vorsitzenden zurücktrete und kein weiteres Vorstandsamt übernehmen werde. Das bestätigt Güntermann auf Nachfrage unserer Redaktion.

Ursprünglich sollte er in diesem Jahr den Vorsitz von Ditges übernehmen. Die langjährige Vorsitzende des Tierschutzvereins, die in Hückeswagen lebt, wollte von da an kürzertreten. Die Zusammenarbeit in den vergangenen Monaten sei allerdings nicht so verlaufen, wie es sich der Wermelskirchener erhofft hatte. "Nach langem Überlegen habe ich mich für den Rücktritt entschieden", sagt Güntermann. Er bemängelt vor allem die seiner Meinung nach fehlende Transparenz in der Vorstandsarbeit.

Güntermann hatte sich viel vorgenommen: Er setzte sich dafür ein, dass die Satzung des Vereins, die aus dem Jahr 1988 stammt, erneuert wird. Er wollte das Thema Datenschutz bei der Tiervermittlung mehr in den Fokus rücken. Er wollte regelmäßige Vorstandstreffen erreichen ("Im vergangenen Jahr gab es lediglich eine offizielle Sitzung."). Und er wollte einen detaillierten Überblick über die finanzielle Situation und Entwicklung des Vereins erhalten. "Die Entscheidungen gingen aber leider an meiner Person vorbei", sagt Güntermann rückblickend. Magda Ditges verwalte die Kasse des Vereins alleine - "ich habe leider keinen Gesamtüberblick erhalten". Dies wäre aber umso wichtiger gewesen, denn der 66-Jährige sollte sich vor allem um die Akquise von Sponsoren kümmern. Dies sei aber schwierig, wenn er nicht detailliert über alle Vorgänge Bescheid wisse. "Es hieß immer nur, dass wir etwa 20.000 Euro im Monat brauchen."

Die Leute seien sehr engagiert, die Ehrenamtler leisteten wirklich tolle Arbeit, betont Güntermann. "Aber im Vorstand war ich bis zuletzt wie ein Fremdkörper. Ich wollte mich einbringen, kam aber nicht an die Menschen heran." Zu sehen, wie der Verein mit wichtigen Formalitäten umgehe, sei für ihn eine Belastung gewesen. Dabei waren seine Zukunftspläne weit fortgeschritten. So hatte er bereits einen stellvertretenden Vorsitzenden und weitere Mitstreiter für einen neuen Vorstand gefunden. Er wollte die Arbeit auf mehrere Schultern verteilen. Das Problem: "Magda Ditges wollte weiterhin im Hintergrund die Fäden ziehen - das wollte ich aber nicht mitmachen", sagt Güntermann.

Magda Ditges bereut Güntermanns Rücktritt. "Ich kann ihn aber auch verstehen, weil er sehr viele andere Aufgaben hat", sagt die Vorsitzende des Tierschutzvereins. Sie sei auf der Suche nach einem Nachfolger, verweist in diesem Zusammenhang auf die Mitgliederversammlung am 20. Mai. Sie hoffe, bis dahin eine Lösung zu finden. "Es muss aber eine Person sein, die sich im Tierschutz auskennt." Zur Zusammenarbeit mit Güntermann könne sie nichts Negatives sagen. "Unsere Satzung ist laut Notar total in Ordnung. Dass Herr Güntermann bereits einen neuen Stellvertreter gefunden hatte, wusste ich nicht."

Werner Güntermann wird dem Tierschutz in Wermelskirchen auch in Zukunft nahestehen. Er erwägt, mit einigen Mitstreitern einen neuen Förderverein zu gründen, um das Tierheim finanziell zu unterstützen. "Ich wünsche dem Tierschutzverein alles Gute."

Quelle: RP
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