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Wermelskirchen
Tobias und seine Tuba

Wermelskirchen: Tobias und seine Tuba
Tobias Drosten mit seiner Tuba. FOTO: Demski
Wermelskirchen. Der zehnjährige Dabringhausener spielt seit einem Jahr das größte Instrument in der Bläserklasse. Tobias Drosten erzählt, warum er besonders die tiefen Töne mag. Von Theresa Demski

Tobias hat ganz schön zu schleppen. Auf der Waage war er mit seiner Tuba noch nicht. "Aber ich habe schon mal den Durchmessern nachgemessen", sagt der Zehnjährige, "das sind 42 Zentimeter." Das große Blechblasinstrument ist das größte der Bläserklasse und Tobias hat seine Entscheidung für die Tuba ganz bewusst getroffen. Zwar braucht er mehr Puste als seine Klassenkameraden, um die Töne hervor zu zaubern und er muss die tiefsten Noten im Bassschlüssel erkennen. "Aber ich spiele auch die tiefsten Töne", sagt er, "und die Tuba ist immer irgendwie zu hören." Eine Art Fundament oder musikalischer Teppich sind die dumpfen Töne der Tuba für die Orchestermusik.

Als die Mitglieder des Blasorchesters Dabringhausen am Ende des zweiten Schuljahrs in die Grundschule am Höferhof kamen, um den Kindern ihre Instrumente vorzustellen, da liebäugelte Tobias Drosten schon mit der Bläserklasse. Schließlich hatte er bei seinem Opa schon die ersten Töne aus dem Jagdhorn bekommen. "Früher habe ich manchmal auf dem Schulhof gestanden und zugehört", erzählt der Zehnjährige, "ich wollte aber auch mitspielen." Auf dem Anmeldebogen kreuzte er die Posaune und die Querflöte an. Aber dann verlor die Schule seinen Zettel, die Instrumente waren längst besetzt, als Tobias dazukam und er landete am Tenor-Horn. Und dort entdeckte ihn sein Orchester-Lehrer Ralf von Tegelen. "Tobias ist ganz schön groß für sein Alter und er hat Kraft", sagt der studierte Posaunist. Und als Tobias beim nächsten Besuch der Orchestermusiker seine Liebe zur Tuba entdeckte, da war für Ralf von Tegelen klar: Wenn der Junge das Instrument spielen will, dann soll es ihm ermöglicht werden. Der Instrumentenlehrer lieh eine Tuba aus und ließ Tobias nach einem Jahr vom Tenor-Horn zu dem großen Instrument wechseln. "Die Umstellung war am Anfang ein bisschen schwierig", sagt Tobias. Aber inzwischen erkennt er auch die Noten, die noch eine Oktave tiefer liegen als beim Tenorhorn, und seine Kondition reicht auch für die Tuba.

Einmal in der Woche sitzt er mit den anderen rund 20 Kindern der Bläserklasse als Orchester zusammen. Der Andrang auf das Angebot, das der Grundschulverbund Dhünn und Dabringhausen und das Orchester gemeinsam auf die Beine gestellt haben, ist beliebt. Rund 20 Kinder der dritten Klassen bilden ein Orchester, nochmal so viele Kinder aus der vierten Klasse spielen in einem eigenen Ensemble zusammen. Ganz am Rand, neben den Tenorhörnern und den Posaunen, sitzt Tobias. Wenn von Tegelen mit den Schlagzeugstöcken dirigiert, dann ist der Zehnjährige hochkonzentriert. "Ich mag den Klang des Orchesters", sagt der Schüler, "und ich mag es, wenn ich neben mir Piet am Tenorhorn höre." Neben der wöchentlichen Orchesterstunde gibt es auch 45 Minuten Gruppenarbeit. "Langweilig wird mir nie", sagt Tobias, "ich freue mich immer, wenn ich Musik machen darf."

Und deswegen will der Zehnjährige auch nach seiner Grundschulzeit weitermachen. Am Gymnasium will er in der Orchesterklasse spielen, er bekommt Instrumentenunterricht und er will dem Schülerorchester beitreten. Dort wird den Grundschülern ermöglicht, am Ball zu bleiben, bevor sie sich für das Jugendorchester entscheiden können. Für Tobias Drosten steht fest: Die Tuba ist sein Instrument - und schließlich wohne er gleich neben der Schule, der Weg mit dem schweren Instrument sei ja gar nicht so weit.

Quelle: RP
 
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