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Wermelskirchen
Traumhaftes Wetter lockt Tausende an

Kirmeseröffnung Wermelskirchen: Hier zeigt Philip Traber seine Mix-Künste
Wermelskirchen. Die ersten drei Tage der diesjährigen Kirmes mit Krammarkt sind um: Ein Zwischenhoch bescherte Veranstaltern und Schaustellern viele Besucher. Heute beginnt der Endspurt mit der traditionellen Matinee im "Bermuda-Dreieck". Von Walter Schubert

Die 421. Kirmes erlebte einen wunderbaren Start. Das Wetter zeigte sich "wie bestellt" und am ersten und zweiten Abend gab es auf der Eich die erste Matinee-Stimmung. "Schuld" am Kirmes-Freitag hat Gerd Jörgens (Hotel zur Eich). Zur 400-Jahr-Feier gab es freitags einen Umzug und natürlich ein großes Fest. Danach sollte die Kirmes wieder am Samstag eröffnet werden. Jörgens plädierte für den Freitag, stellte einen Antrag an die Verwaltung und hatte Erfolg. "Der Freitag gehört den Einheimischen", weiß Jörgens. "Die meisten auswärtigen Gäste kommen an den anderen Tagen."

Gut besucht war das Fest am gestrigen Sonntag. FOTO: Moll Jürgen

Sabine Möllers schwärmt vom herrlichen Sommerabend an der Katt. "Die Musik der Gruppe Casa d`locos passte ja zum Weindorf. Das ist ja nicht immer gegeben." Zu einem "Honigunfall" beim Aufbau kam es am Stand der Freikirchlichen Gemeinde, Schillerstraße. "Ein Regalboden hat sich gelöst und gut 100 Honiggläser sind abgestürzt", berichtet Thomas Koch. Darauf hin wurde der Stand von Bienen und Wespen "überfallen" und musste erst einmal geschlossen werden.

In Zeiten von Digitalisierung, Internet und Online-Handel scheint eine Kirmes mit Krammarkt wie aus der Zeit gefallen. Hier geben nicht kluge Marketingstrategen die Wege vor, die Stände sind nicht genormt und die Warenpräsentation ist nicht "bedarfsgerecht optimiert". Rasentrimmer neben Socken oder Dufthölzer neben Gemüsereibe - das macht den Reiz aus. "Jeder Stand ist eine Überraschung. Das Angebot geht quer Beet, nichts passt zusammen und es ist wunderbar", schwärmt Matthias Gaunert aus Schwelm, seine Frau ergänzt: "Und finden tun wir immer etwas".

Kein Durchkommen an der Katt, als am Samstagabend "Jokebox" spielte. Die Zuhörer genossen bei sommerlichen Temperaturen bis in die Nacht die Musik. FOTO: Moll

Brauchbares und Nutzloses reiht sich aneinander und ein zufälliger Blick sorgt für gute Laune: "Mann mit Grill sucht Frau mit Kohle" - ein herrlicher Spruch auf einem T-Shirt. Die Kirmes ist bei Ausstellern beliebt, und so finden sich jedes Jahr neue Angebote. Matthias Dörrbecker aus Ascheberg bietet in der Jörgensgasse Möbel und Wohnaccessoires an. Zum ersten Mal dabei ist auch Ulrike Wollnik aus Grünberg bei Gießen. "Australien" heißt es bei ihrem Stand in der Schillerstraße. Das Angebot: Hüte, Schuhe, Taschen, Gürtel und Geldbörsen.

Die "alten Hasen" der Marktbeschicker spüren die Stimmung genau. "Es gibt viele Besucher, die sind gut drauf, die haben Geld und sind auch bereit, es auszugeben", so die Erfahrung von Ralf Surma aus Frechen, der Messer, Feilen und Naturbürsten anbietet. Bei den Fahrgeschäften ist der Erfolg leicht zu erkennen. Schlangen vor den Kassenhäuschen und schwankende Menschen, die aus dem 3-D-Kino kommen oder mit einem Grinsen und schneeweißen Gesichtern die Karussells "Kick Down" und "Intoxx" verlassen. Am Samstagabend war dann an der Katt kein Durchkommen: "Jokebox" sorgte für ein musikalisches Feuerwerk.

Zum verkaufsoffenen Sonntag zeigen sich die Einzelhändler zufrieden. Ob das Ergebnis an den teils hohen Rabatt-Aktionen liegt, bleibt natürlich ein Geheimnis. "Wenn es kalt ist und ein bisschen regnet, kommen die Leute natürlich gerne in unser Geschäft", sagt Schuhhändler Johannes Schnüttgen. "Aber so ein Wetter wünschen wir uns ja für die Kirmes nicht." Auch wenn die Kirmestage nicht den Super-Umsatz bringen, ist das Mitmachen Pflicht. "Wir werden von vielen gesehen, erreichen auch neue Kunden, die dann nach der Kirmes gezielt zu uns kommen", heißt es im Stoffladen tola.

"Blumenkinder": Sabine Stolz und Tochter Celina auf der Telegrafenstraße. FOTO: Moll Jürgen

Ein geplanter Rundgang über die Kirmes und den Krammarkt endet meist schon nach wenigen Metern. Ganz schnell treffen sich Freunde, Bekannte, aktuelle oder ehemalige Arbeitskollegen. "Es gibt Leute, die treffe ich nur zur Kirmes", sagt eine ältere Dame und weiter auf Platt: "Dat restliche Johr sind se verschütt".

Gut dass die Kirmes fünf Tage dauert. Mit vielen Anläufen gelingt es dann doch, alles zu sehen.

Quelle: RP
 
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