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Wermelskirchen
Treppe bleibt gesperrt - Folientest soll's richten

Wermelskirchen: Treppe bleibt gesperrt - Folientest soll's richten
Ist seit mehreren Monaten gesperrt: die Verbindungstreppe in der Innenstadt zwischen Kölner Straße und Telegrafenstraße. FOTO: Udo Teifel
Wermelskirchen. In unserem "Bürgermonitor" berichteten wir über Probleme von Bürgern. So ist die Treppenanlage immer noch nicht saniert, und auch die Tauben sorgen weiterhin für hygienisch unhaltbare Zustände. Von Udo Teifel

Das provisorische Sperrschild als Hinweis, dass die Treppe zwischen Telegrafenstraße und Kölner Straße nicht nutzbar ist, wurde inzwischen ausgetauscht. Es sieht viel professioneller aus - als würde es noch länger dauern. "Durchgangsweg zur Kölner Straße wegen Bauarbeiten gesperrt! Die Stadtverwaltung Wermelskirchen bittet um Ihr Verständnis!" Das haben viele Bürger nicht mehr. Wer mitverfolgt hat, was da schief gelaufen ist, der hat für diesen Satz nur noch ein Kopfschütteln übrig.

Seit Monaten schon ist die Verbindungstreppe gesperrt. Gelächelt wurde anfangs bei der Ankündigung, es werde diese Abkürzung geben: Die 28 Treppenstufen steigt doch sowieso keiner hoch, um von der Kölner Straße in die Telegrafenstraße zu gelangen. Falsch gedacht. Sie wurde oft und gern genutzt. Doch damit ist es seit Anfang April vorbei. Bewohner der Eigentümer-Anlage, über deren Grundstück die Treppe verläuft, sprechen von einer "Tropfsteinhöhle" - unkontrollierter Wasserausfluss auf der Treppe, der Zement wurde aus den Fugen gespült und hinterlässt unschöne Spuren.

Die 70.000 Euro teure Treppenanlage wollte eigentlich das Unternehmen Hoch3 gleich in einem Atemzug mit dem Gebäudekomplex bauen und die Kosten dann mit der Stadt abrechnen. Doch die Verwaltung wollte die Treppe selbst errichten - es gab Fördergelder. Der Auftrag wurde vergeben. Warum es jetzt dieses Malheur gibt, weiß niemand so genau. Denn die Spurensuche ist noch nicht abgeschlossen, der "Schuldige" noch nicht gefunden. Handwerker öffneten die Treppe an zwei Stellen, um die Wasserquelle zu finden. Ergebnis: Fehlanzeige. Es gab mehrere Ortsbegehungen mit Fachleuten und Anwohnern. Jüngster Stand: Eine Abdichtungsfirma soll eine Komplettabdichtung vornehmen. Das soll die einzige Möglichkeit sein, den Wasseraustritt zu stoppen. Wann das startet, ist unklar.

Denn vorab gibt es in dieser oder der nächsten Woche einen "Folienversuch". Das berichtet Miteigentümer Harald Lux, Tiefbauamtsleiter Harald Drescher bestätigt das Vorgehen der Stadtverwaltung. Die Eigentümer des Gebäudekomplexes sind vor gut zwei Wochen schriftlich über das Prozedere informiert worden. Demnach will die Stadt vor dem nächsten großen Regen eine Folie auf der Treppe auslegen, um festzustellen, oder das Wasser von oben oder von unten, also durch den Beton oder die Fugen, kommt. Aus diesem Versuch will man dann die Schlüsse für das weitere Vorgehen ziehen. Vorher soll die Treppe aber noch gereinigt werden.

Die Eigentümer, berichtet Lux, seien inzwischen genervt. "Mit den Kosten für die Gutachter hätte man eine neue Treppe bauen können", sagte er verärgert. Der Folienversuch löse nicht das Problem, ist sich Lux sicher. "Die Treppe ist vom ersten Tag marode. Die Stufen sind nicht wasserdicht, der Regen geht durch. Und der Zement für die Fugen ist im strömenden Regen verlegt worden." Deshalb sagt er verärgert: "Die Stadt sollte endlich jemanden beauftragen, der davon etwas versteht. Also einen richtigen Treppenbauer." Die eigentlich gesperrte Treppenanlage werde laut Lux weiterhin von Bürgern rege genutzt. Sie schöben die Absperrungen, gesichert mit Kabelbindern, einfach beiseite. "Wenn wir etwas sagen, muss man sich Sprüche anhören. Die Schilder stören die Leute nicht." Passiert sei noch nichts. Obwohl die Baulöcher nur mit Brettern abgedeckt sind. "Wer haftet denn bei Unfällen?", fragt Lux.

Mit der geplanten Folienaktion ist immer noch nicht die Wasserquelle ausgemacht - es bleibt abzuwarten, was da noch alles passiert.

Quelle: RP
 
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