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Wermelskirchen
Turnhallen für Flüchtlinge vorbereitet

Wermelskirchen: Turnhallen für Flüchtlinge vorbereitet
In der Schuberthalle wurden zehn mit Sichtschutzwänden abgetrennte Parzellen mit jeweils acht bis zehn Feldbetten hergerichtet. FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. Nach wenigen Stunden waren die Hallen an der Schubertstraße fertig hergerichtet. Im Laufe dieser Woche sollen weitere Flüchtlinge nach Wermelskirchen kommen. Die Stadt beantwortet morgen bei einem Info-Abend die Fragen der Bürger. Von Stephan Singer

In der kleinen und großen Turnhalle an der Schubertstraße ging am Wochenende alles ganz fix: Innerhalb von nur vier Stunden hatten der städtische Betriebshof und der Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) die Sporthalle in eine Erstaufnahmeunterkunft für Flüchtlinge umfunktioniert.

Am heutigen Montag rückt noch eine Fachfirma an und installiert in der Pestalozzihalle noch eine Küche. Dazu wird ein Lagerraum umfunktioniert, der bislang zur Aufbewahrung von Sportgeräten diente. Der Vorteil dort: Ein Abfluss ist vorhanden, ebenso ein Stromkasten und sogar ein Telefonanschluss. Die kleine Halle mit ihren etwa 365 Quadratmetern dient den Menschen in Zukunft als Speisesaal, die benötigten Tische und Stühle hat der Betriebshof aus der Mehrzweckhalle Dabringhausen an die Schubertstraße transportiert.

"Als wir die Mehrzweckhalle umfunktioniert haben, ging es richtig auf Zeit, das war ein Kampf - auch wenn wir im Nachhinein zwei Tage mehr Zeit gehabt hätten. Hier an der Schubertstraße geht es mit etwas weniger Zeitdruck", sagt Betriebshofleiter Volker Niemz. "Und wir haben natürlich aus der Einrichtung der Erstaufnahme in Dabringhausen gelernt und sind mit dem THW-Team eingespielt. Es lief hier alles ganz glatt Hand in Hand." Niemz hatte am Freitagnachmittag die Anlieferung der bestellten Bauzäune entgegengenommen. Diese Zäune - mit weißem Stoff zu Sichtschutzwänden umfunktioniert - bilden nun in der Schuberthalle auf knapp 1000 Quadratmetern zehn Parzellen mit jeweils acht bis zehn Feldbetten. So haben die Flüchtlinge ein Minimum an Privatsphäre. "Es ist Platz für 100 bis 110 Menschen. Die Erfahrung aus der Halle in Dabringhausen hilft uns schon. So haben wir beim Aufbau der Bauzäune genau darauf geachtet, dass die schweren Füße möglichst wenig in den Raum reichen und somit nicht im Weg sind. Dann braucht das hinterher niemand korrigieren", erklärt Niemz.

Es sei quasi alles weggebracht und zur Seite geräumt worden, was jetzt nicht benötigt wird: "Wir haben einige Basketballkörbe abgeschraubt, Handballtore auseinandergebaut oder auch Sprossenwände mit den dafür in der Halle installierten Vorrichtungen an den Wänden hochgezogen", sagt Niemz.

Als Betten dienen die gleichen Liegen wie in der Mehrzweckhalle Dabringhausen. Sie stammen aus dem Bestand des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), das ständig 500 Betten für Notfälle bereithält.

Auch Björn Zanger, Ortsbeauftragter des THW, spricht von einem reibungslosen Ablauf bei den vorbereitenden Arbeiten in den Hallen an der Schubertstraße: "Es ist viel besser gelaufen als gedacht. Eingeplant hatten wir ursprünglich sechs bis acht Stunden. Wir sind eingespielt." Unter der Einsatzleitung von Zugführer Markus Klaar waren 20 THW-Kräfte beim Aufbau im Auftrag der Stadt beschäftigt.

Nichtsdestotrotz ist an der Schuberthalle zurzeit noch schweres Gerät im Einsatz: Im Außenbereich neben der Pestalozzischule schafft ein Bauunternehmen in Kooperation mit dem Betriebshof eine gepflasterte Fläche von 250 bis 300 Quadratmetern, die vor allem für eine reibungslose Anlieferung (Lebensmittel etc.) sorgen und auch Platz für Müllcontainer bieten soll.

Jaqueline Herzog, Leiterin der Erstaufnahme in Dabringhausen, bestätigt auf Anfrage unserer Redaktion, dass das DRK auch die Unterkunft an der Schubertstraße betreiben wird: "Es ist geplant, dass ich die übergeordnete Leitung beider Einrichtungen übernehme."

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Quelle: RP
 
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