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Wermelskirchen
Über Gesprächsrunde neue Mitstreiter finden

Wermelskirchen: Über Gesprächsrunde neue Mitstreiter finden
FOTO: Stefan Janosi
Wermelskirchen. "Willkommen in Wermelskirchen": Mehr als 100 Teilnehmer sprechen über die Hilfe auf Augenhöhe. Von Stephan Singer

Mehr als 100 Teilnehmer kamen zum Treffen von "Willkommen in Wermelskirchen" (WkiWk) im evangelischen Gemeindehaus am Markt. Das Thema der seit zwei Jahren für geflüchtete Menschen aktiven Ehrenamtsinitiative: "Was heißt hier Hilfe? - Unterstützungsarbeit für Geflüchtete auf Augenhöhe". In sechs- bis achtköpfigen Gruppen tauschten die Anwesenden ihre Erfahrungen in der Flüchtlingsarbeit aus.

Zuvor hatte Hauptkoordinatorin Cornelia Seng das biblische Gleichnis vom barmherzigen Samariter als Vorbild präsentiert. Der Samariter helfe dem Opfer eines gewaltsamen Raubüberfalls, wieder auf eigenen Füßen stehen zu können - nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Schnell wurde klar: Ehrenamtliche Hilfe und benötigte Unterstützung sind stark von individuellen Lebenslagen geprägt. Gemeinsame Nenner sind der Umgang mit Behörden, der Erwerb von Sprachkenntnissen sowie die Wohnungssuche und deren Ausstattung. Die Vielfältigkeit der Hilfen durch WkiWk zeigte sich im Kreis einer Gesprächsrunde deutlich: Lutz und Anja Balschuweit kümmern sich um alleinstehende, junge Männer. Peter Siebel engagiert sich beim Transport sowie Ab- und Aufbau von gespendeten Möbeln für die Ausstattung neuer Wohnungen von Geflüchteten. Als Mentorinnen begleiten Jutta Siebel und Antje Gohmann eine vierköpfige Familie aus Ägypten und Syrien. Ebenfalls mit dabei die Flüchtlinge Bulbul Hussain aus Bangladesch und Mohamed Kourouma aus Guinea, die mitteilten, dass sie im November eine Berufsausbildung starten. In diese Runde gesellte sich das Ehepaar Jochen Schmidt und Claudia Kolvenbach-Schmidt, die erstmals teilnahmen und ihr Engagement in Zukunft gerne einbringen wollen. "Ich bin seit zwei Jahren in Rente und meine Frau seit zwei Monaten. Wir möchten gerne helfen, wir haben jetzt die Möglichkeit dazu", sagte Jochen Schmidt, der handwerklich interessiert ist und deshalb von Peter Siebel direkt als künftiger Mitstreiter in Sachen Möbellager ausgeguckt wurde. Als ehemalige Lehrerin werde sie immer pädagogisch und sozial interessiert sein, sagte Claudia Kolvenbach-Schmidt: "Ich bin bereit, beispielsweise bei Behördengängen zu begleiten."

Gerade bei den "Anforderungen" der Behörden "klemme" es, sagte Cornelia Seng. "Im Jobcenter werden Geflüchtete mit sogenannter Bleibeperspektive behandelt wie jeder andere deutsche Hartz IV-Empfänger. Das geht nicht, da braucht es mehr Betreuung."

Und lachend fügte sie an: "Nicht, um den Behörden zu helfen, sondern den Leuten."

Quelle: RP
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