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Wermelskirchen
"Überzeugungstäterin" aus Liebe zum Buch

Wermelskirchen: "Überzeugungstäterin" aus Liebe zum Buch
Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) ehrte Gaby van Wahden (r.) mit dem Deutschen Buchhandlungspreis. Die Wermelskirchenerin ist eine von 117 Geehrten. FOTO: Nico Herzog
Wermelskirchen. Große Ehre für Buchhändlerin Gaby van Wahden: Im Schloss Herrenhausen in Hannover erhielt sie aus den Händen der Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, den Deutschen Buchhandlungspreis 2017 - verbunden mit einer Prämie von 7000 Euro. Von Walter Schubert und Udo Teifel

Große Freude am Markt: Die Buchhändlerin Gaby van Wahden ist von der Kulturstaatsministerin Monika Grütters im Schloss Herrenhausen in Hannover für ihr Konzept mit einem Preisgeld und einem Gütesiegel ausgezeichnet worden. Sie sei stolz, dass ihre Arbeit anerkannt und mit dem Deutschen Buchhandlungspreis gewürdigt werde, sagte sie gestern.

Der Buchhandlungspreis wurde 2017 zum dritten Mal vergeben. Von den 502 Bewerbungen wurden in Hannover 117 Buchhandlungen ausgezeichnet. Die Preise sind in drei Kategorien mit jeweils 25.000, 15.000 und 7000 Euro datiert. 850.000 Euro an Preisgeld wurden an unabhängige Buchhandlungen vergeben, deren Jahresumsatz unter einer Million Euro lag.

Bei der feierlichen Preisverleihung im Schloss Herrenhausen erklärte die Kulturstaatsministerin: ",Überzeugungstäter' aus Liebe zum Buch - das sind die Buchhändler, die wir heute mit dem Deutschen Buchhandlungspreis auszeichnen. Sie sind alle missionarisch im besten Sinn, als Fürsprecher auch unbekannter Autoren und als Botschafter unabhängiger Verlage." Die Preise sollen den klassischen Buchhandlungen vor allem noch mehr Aufmerksamkeit verschaffen: Öffentliche Aufmerksamkeit, die auch dabei helfe, mit innovativen Geschäftsmodellen Online-Kunden in die Buchläden zu locken beziehungsweise zurückzuholen.

"Man muss sich um das Buch verdient gemacht haben", sagte Gaby van Wahden gestern im Gespräch mit unserer Redaktion. Neben Auswahl und Präsentation im Geschäft seien die vielen zusätzlichen Aktivitäten wichtig. Und da ist sie rege. "Wir sind Partner des Leseclubs der Haupt- und Sekundarschule, wir veranstalten Lesungen im Geschäft oder im ,Film-Eck'. Und wir kümmern uns aktiv um die Leseförderung gemeinsam mit der Stadtbücherei", zählte die Buchhändlerin vom Markt auf.

Mit diesem Konzept hatte sie sich beworben und die Jury überzeugt. Das Preisgeld von 7000 Euro ist zweckgebunden. "Das fließt wieder in die Arbeit der Buchhandlung", sagte van Wahden. "Wir können damit Fortbildungen für die Mitarbeiter bezahlen oder uns in Wermelskirchen einen Autor für eine Lesung leisten, der bisher unerreichbar war."

Die Liebe zu Büchern sei wichtig, ebenso die unermüdliche Überzeugungsarbeit bei Kindern und Jugendlichen, für das Lesen zu werben, sagte sie gestern nicht ohne Stolz. Und da findet sie die Unterstützung der Kulturstaatsministerin, die bei der Verleihung sagte: "Mit dem Deutschen Buchhandlungspreis würdigen wir nicht nur den Beitrag kleiner, inhabergeführter Buchläden zum Schutz der literarischen, der verlegerischen, der kulturellen Vielfalt in Deutschland. Wir wenden uns damit auch gegen die Degradierung eines Kulturguts zur bloßen Handelsware, gegen die Bewirtschaftung einer geistigen Monokultur, in der nur noch das überlebt, was hohe Verkaufszahlen hat."

Dazu brauche man die Buchpreisbindung, die seit einem Jahr auch für elektronische Bücher gelte. "Dazu brauchen wir aber auch die Garanten der Mischkultur: die Buchläden um die Ecke, die Kiez-Buchhandlungen, die Buchhändler, die mit großem Engagement und Enthusiasmus am Werk sind."

Quelle: RP
 
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