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Wermelskirchen
Unbehaun verhindert ein Desaster

Wermelskirchen: Unbehaun verhindert ein Desaster
Die Organisation des Personals zur Reinigung des Freibades gehört zu den Aufgaben des Vorstands des Fördervereins. FOTO: FFD
Wermelskirchen. Trotz Vorlaufzeit konnte die außerordentliche Mitgliederversammlung des Freibad-Fördervereins keinen Nachfolger für Michael Unbehaun finden. Nach langem Hin und Her erklärt sich der Vorsitzende bereit, vorerst im Amt zu bleiben. Von Stephan Singer

Nach einer zweieinhalbstündigen Mitgliederversammlung, die auch noch von einer 15-minütigen Sitzungspause für "Vier-Augen"-Gespräche unterbrochen wurde, zog Michael Unbehaun die Reißleine und bewahrte den Förderverein Freibad Dabringhausen (FFD) vor einem Desaster. Der Vorsitzende erklärte sich bereit, weiterhin im Amt zu bleiben. Gleichzeitig betonte er jedoch, dass er nicht verspreche, die volle Amtszeit von satzungsgemäßen zwei Jahren zu fungieren und dass die Suche nach einem neuen Vorsitzenden weiter gehen müsse.

Zuvor konnten weder Vorstand noch Mitglieder einen Kandidaten für den Vorsitz benennen. Obendrein kündigte der zweite Vorsitzende, Günther Hagenbücher, seinen Rücktritt für den Fall an, dass er mangels Kandidaten zwangsläufig und kommissarisch das Amt des Vorsitzenden übernehmen muss. "Mit gefällt das ganze Spiel nicht. Das ist gegen meine Struktur. Ich springe in die Bresche", kommentierte Michael Unbehaun die verzwickte Lage und verhinderte durch seine Bereitschaft, weiterhin zu amtieren, dass der FFD komplett ohne Vorsitzende die Versammlung hätte beenden müssen. Zur außerordentlichen Mitgliederversammlung im Restaurant "Markt 57" fanden sich lediglich 23 Anwesende ein. Dabei zählt der Förderverein aktuell 415 Mitglieder.

Bereits im Mai dieses Jahres kündigten Michael Unbehaun und Kassiererin Waltraud Klein an, ihre Ämter niederlegen zu wollen. Zeit für die Nachfolgersuche war also genug vorhanden. Im Fall von Waltraud Klein verlief das auch erfolgreich, denn mit Kurt Genz meldete sich ein Kandidat für den Posten des Kassenwartes. Die außerordentliche Mitgliederversammlung wählte Kurt Genz einstimmig.

Michael Unbehaun (l.) und Günther Hagenbücher bilden weiter den Vorstand. FOTO: Seb/Jumo

Eingangs unterstrich Michael Unbehaun, der auch zum Team des Betreibervereins SVFD (Schwimmverein Freibad Dabringhausen) gehört, noch einmal, dass er dem Freibad in jedem Fall erhalten bleiben wolle: "Das Bad liegt mir am Herzen - und das bleibt es auch." Es müsse im Vorsitz des FFD jedoch eine Zäsur stattfinden, forderte der 70-Jährige: "Ich bin nicht mehr der Jüngste. Für neue Ideen fehlt mir schlicht die Kraft, und ich komme persönlich an meine Grenzen." Jemand Jüngeres könne mehr Dynamik in das Vereinsleben bringen. "Ich wohne nicht in Dabringhausen und habe deshalb nicht den Zugriff, um Dinge auf dem kurzen Weg zu regeln", erklärte der Odenthaler, der seit zwölf Jahren dem FFD angehört und seit fünf Jahren Vorsitzender ist. Um den Mitgliedern die Sorge vor einer vermeintlich unlösbaren Aufgabe zu nehmen, beschrieb Michael Unbehaun: "Die meisten der Arbeiten, die ich erledige, führe ich in der Rolle als SVFD-Mitglied aus. Die haben mit dem FFD-Vorsitz nichts zu tun. Ich versuche also, einen kleinen Teil meiner Aktivitäten abzugeben, um mich nur noch auf die SVFD-Arbeit konzentrieren zu können."

Unter dem Strich blieben die wiederholten Erklärungsversuche von Unbehaun ergebnislos. Immerhin konnte sich die Versammlung dazu durchringen, mit Wolfgang Haase, Peter Krüger und Thomas Busch drei Beiräte zu bestimmen, die sich in die Vorstandsarbeit des FFD einbringen sollen und wollen, um die Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen. Neben der klassischen Vereinsführung gehören unter anderem die Organisation des Personals zur Reinigung des Freibades und zur Besetzung der Freibad-Kasse zu den Aufgaben des FFD-Vorsitzenden. Ebenso die Steuerung der Teilnahme des Vereins an Feierlichkeiten wie Dorffest, Karneval und Indoor-Weihnachtsmarkt. Zum FFD-Vorstand gehört außerdem Ulrich Bannier als Schriftführer.

FOTO: Moll Jürgen
Quelle: RP
 
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