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Wermelskirchen
"Unser Wasser" - Bürger sprechen mit Experten

Wermelskirchen: "Unser Wasser" - Bürger sprechen mit Experten
Die Dhünntalsperre ist eine der vielen Talsperren in Wermelskirchens Umgebung. FOTO: Nico Hertgen
Wermelskirchen. 50 Leute haben spezielles Mitspracherecht, wenn es ums Wasser geht. Von M. Eickhorn

Einige Bürger aus Wermelskirchen, Hückeswagen und Burscheid werden bald stärker in Entscheidungsprozesse mit einbezogen, die das Wasser im Bergischen Land betreffen. In der kommenden Woche werden 50 Leute über die Einwohnermeldeämter zufällig ausgewählt. Sie sind eingeladen, vom 2. bis 5. November mit Vertretern der Bergischen Universität Wuppertal und anderen Experten Fragen zur wasserwirtschaftlichen Energieverwendung zu diskutieren. Anschließend formulieren sie in einem Bürgergutachten, wie sie sich den Umgang mit dem bergischen Wasser wünschen.

Prof. Dr. Hans Lietzman vom Institut für Demokratie- und Partizipationsforschung der Wuppertaler Universität forscht seit zehn Jahren zum Thema Bürgerbeteiligung. Er und der Hückeswagener Bürgermeister Dietmar Persian, der die Schirmherrschaft für die Aktion übernommen hat, wollen wissen, was die Bürger von geplanten Projekten halten, bevor diese von der Politik umgesetzt werden. Im November können die Bürger drei Tage mitreden, Diskussionen anstoßen und fragen, was sie schon immer mal über das Wasser im Bergischen wissen wollten. "Wir setzen dieses Angebot in einer Region um, die wegen ihrer vielen Talsperren sogar vom Wasser abhängig ist", sagt Persian. Die Veranstaltung ist Teil eines Projektes des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, wird vom Bund gefördert und ist seit wenigen Tagen auch als Teil der "Klima-Expo Nordrhein Westfalen" anerkannt.

Die 50 Bürger werden bewusst zufällig gewählt. "Die Teilnahme ist keine Pflicht, wir bieten sie an und freuen uns, wenn die Menschen mitmachen", sagt Lietzman. Die Universität Wuppertal hilft den Bürgern dabei, sich Zeit für die Veranstaltung freizuräumen. "Wenn jemand zum Beispiel wegen Kinderbetreuung oder der Pflege eines Angehörigen eigentlich keine Zeit hat, sorgen wir für Ersatz, damit der ausgewählte Bürger trotzdem teilnehmen kann", sagt er. Und falls Menschen mit mangelnden Deutschkenntnissen unter den Ausgewählten sind, sorgen die Veranstalter für die richtigen Dolmetscher. Auch eine Fahrtkostenerstattung zum Veranstaltungsort, dem Landhaus Spatzenhof in Wermelskirchen, wird es geben. "Die Teilnahme wird zudem als Bildungsurlaub beim Arbeitgeber anerkannt", sagt Lietzman. Persian ist sich sicher: Die Bürger wollen mitreden. Das merkte er vor allem nach der Demo von Eltern und Schülern der Realschule vor der Ratssitzung am Dienstag. "Bürger werden heutzutage schneller selber politisch aktiv", sagt er. Diese Einstellung soll nun dafür sorgen, dass sich die Menschen verstärkt mit der Ressource Wasser beschäftigen.

Quelle: RP
 
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