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Wermelskirchen
"Urban Dance Crew" begeistert

Wermelskirchen. Publikum in Hilgen-Neuenhaus spendet der Gruppe langanhaltenden Beifall. Von Frederik Oehl

Über einen gelungenen Abschied freuen sich die Mitglieder der kosovarischen Tanzgruppe "Urban Dance Crew": Zum Ende ihres Aufenthalts in Wermelskirchen legten die Tänzer aus der Stadt Mitrovica beim Gottesdienst in Hilgen-Neuenhaus noch einmal einen beeindruckenden Auftritt hin. Mehr als 20 Minuten dauerte die abwechslungsreiche Choreografie, die von den Tänzern in professioneller Weise vorgetragen wurde.

Manche Elemente der Darbietung schienen von der traumatischen Erfahrung des Krieges in den 1990er Jahren geprägt zu sein - so ließ sich etwa einer der Tänzer am Beginn der Vorstellung wie von Gewehrschüssen getroffen fallen, während im Hintergrund dramatische Musik spielte. Andere Teile der Vorstellung wirkten deutlich fröhlicher und animierten die Zuschauer zum Klatschen und Mitmachen. Am Ende gab es eine Menge Applaus. Wie schon beim großen Auftritt am Dienstag wussten die Tänzer das Publikum zu beeindrucken.

"Es war eine tolle Erfahrung, hier zu sein", sagte Tänzer und Choreograf Benjamin (28). "Besonders über die Gastfreundschaft der Menschen hier haben wir uns sehr gefreut". In den vergangenen Tagen hatten die Besucher eine Menge über das Bergische gelernt und viele Orte besucht - neben der Innenstadt und dem Seniorenheim auch den Wuppertaler Zoo. Am wichtigsten war den Tänzern jedoch, neue Freundschaften zu schließen. Heute Morgen beginnt die Heimreise.

Organisiert und ermöglicht worden war der Besuch der Gruppe von der Kirchengemeinde Hilgen-Neuenhaus in Zusammenarbeit mit der Diakonie Kosovo. Laut Dorothea Hoffrogge, Vorsitzende des Presbyteriums in Hilgen-Neuenhaus, spielen Kriegserlebnisse für die jungen Männer und Frauen der Tanzgruppe nach wie vor eine Rolle.

"Einige der älteren Mitglieder schlafen noch immer mit eingeschaltetem Licht", sagte Hoffrogge. Der Krieg habe sich tief ins kollektive Gedächtnis der Kosovaren eingegraben: Laut Hoffrogge leiden etwa 20 Prozent der Bevölkerung unter Kriegstraumata. Das Tanzen diene den Jugendlichen und jungen Erwachsenen auch als Mittel zur Überwindung ethnischer Grenzen - eine positive Botschaft für die Zukunft des Landes.

Im Herbst wird der Jugendaustausch mit dem Kosovo fortgesetzt: Voraussichtlich vom 14. bis 24. Oktober werden Jugendliche aus Wermelskirchen die Gemeinde Mitrovica besuchen. "Wir freuen uns schon jetzt auf den Besuch", sagte Benjamin, dem die Vorfreude deutlich anzumerken war.

Quelle: RP
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