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Wermelskirchen
US-Schüler besuchen das Tente-Werk

Wermelskirchen: US-Schüler besuchen das Tente-Werk
Der Tente-Auszubildende David Lopez Aragon zeigte den Gästen aus den USA unter anderem Produktkomponenten, die Tente in Wermelskirchen herstellt. Mit dabei der amerikanische Tente-Mitarbeiter Kurtis Smith (rechts). FOTO: Stephan Singer
Wermelskirchen. Peter Fricke hält nunmehr seit zwölf Jahren an seiner Idee fest und unterstützt das Austauschprogramm zwischen dem Gymnasium in Wermelskirchen und der Larry A. High School in Kentucky mit der Tente-Stiftung. Einst besuchte Fricke selbst das hiesige Gymnasium, Tente-Rollen hat in Kentucky ein Werk. Von Stephan Singer

Als Anfang der 2000er-Jahre mit George W. Bush ein Präsident an der Spitze der amerikanischen Regierung stand, der für ähnlich markige und unfreundliche Worte zu Europa sowie Deutschland stand, entstand bei Tente-Rollen-Geschäftsführer Peter Fricke die Idee zu einem Schüleraustausch mit den Vereinigten Staaten, um ein positives Deutschlandbild zu vermitteln. Mit dem amtierenden US-Präsidenten Donald Trump und seiner "America frist"-Haltung tun sich aktuell Parallelen zu Bush auf.

Gestern begrüßte Peter Fricke 22 Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 bis 17 Jahren im Mutterhaus des weltweit agierenden Unternehmens, das als einzige Firma in Europa nach dem Namen seines Gründungsstandortes benannt ist. Obendrein konnte sich Fricke davon überzeugen, dass seine Austausch-Idee durchaus Früchte trägt. Im BM-Gespräch bekräftigte die 15-jährige Georgia Murray, dass sie keine Angst vor einer "Eiszeit" in den Beziehungen zwischen Europa, Deutschland und Amerika befürchtet: "Ich glaube nicht, dass sich an den Beziehungen dramatisch etwas ändert. Die wirtschaftlichen Verknüpfungen sind zu intensiv. Trump macht viele große Worte, er ist in der Regierung aber nicht alleine - dort wird zusammen gearbeitet." Genauso wie Ann-Sophie Hopff (16 Jahre), bei deren Familie die amerikanische Schülerin für die nächsten drei Wochen in Wermelskirchen untergebracht sein wird, sieht Georgia Murray in der Kooperation von Amerika und Europa demnach auch persönliche Chancen für die eigene berufliche Entwicklung. Alle Schüler aus den USA sind zur Zeit in den Familien beherbergt, deren Kinder von den Familien der US-Schüler im Herbst 2016 untergebracht wurden.

Welche Chancen internationale Kooperation mit sich bringt, verdeutlichte Kurtis Smith leibhaftig beim Besuch der US-Schüler in Tente. Smith arbeitet beim Tente-Werk in Kentucky und ist zurzeit im Rahmen eines Praktikums unabhängig vom Schüleraustausch für einige Wochen in Tente tätig. Er konnte natürlich hervorragend aus der Praxis grenzüberschreitender Arbeit berichten.

In drei Gruppen führten Vanessa Mangione, Aline Evang und David Lopez Aragon (alle sind Auszubildende zu Industriekaufleuten im ersten Lehrjahr bei Tente-Rollen) die amerikanischen Schüler sowie ihre beiden Betreuerinnen Joane Kenkel und Susanne Schneider durch das Werk. Von Wermelskirchener Seite war Gymnasiumlehrer Sanjin Selimovic mit von der Partie: "Das Austauschprogramm ist sehr wichtig. Es initiiert Verständigung. Wir reden vom beliebtesten Austauschprogramm an der Schule. Wir haben stets mehr Interessenten als Plätze und lassen deshalb das Los-Verfahren entscheiden."

Quelle: RP
 
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