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Wermelskirchen
Vereine bekommen Sporthallen zurück

Wermelskirchen: Vereine bekommen Sporthallen zurück
Amjad Ali und Ronny Mertens (li.) beim Rückbau der Flüchtlingsunterkunft an der Schubertstraße. Viel ist in der Sporthalle nicht zu tun: Türzargen werden gestrichen und der Prallschutz erneuert. FOTO: Michael Schütz
Wermelskirchen. Die Sporthallen in der Schubertstraße sollen noch vor den Sommerferien, die Hallen in Dhünn und Dabringhausen Anfang November wieder für den Vereins- und Schulsport sowie für Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Von Udo Teifel

In den Sporthallen Schubertstraße haben derzeit Handwerker verschiedener Gewerke das Sagen: Die beiden als Erstaufnahmeeinrichtung genutzten Hallen werden wieder für den Sport- und Schulbetrieb hergerichtet. Rückbau nennt das die Stadtverwaltung. Frank Kieseler vom Hochbauamt der Stadt: "Noch vor den Sommerferien können die Vereine wieder rein." Gute Nachrichten aber auch für Dhünn und Dabringhausen: Anfang November sollen die Mehrzweckhallen den Vereinen und Veranstaltern wieder zur Verfügung gestellt werden.

Seit Ende April sind die Sporthallen Schubertstraße keine Erstaufnahmeeinrichtungen mehr, am 31. Juli endet diese Nutzung für die beiden Mehrzweckhallen. Seit dem vorigen Herbst wurden in den vier Hallen Flüchtlinge untergebracht, versorgt, registriert und dann an andere Kommunen zur dauerhaften Unterbringung verteilt.

Schadensaufnahme und Rückbau - das waren die Hauptaufgaben des Hochbauamtes. Kieseler: "Wir haben zusätzliche Duschen eingebaut, eine Küche wurde eingerichtet, Durchbrüche geschaffen, weitere Toiletten wurden angelegt, um eine dauerhafte Unterbringung zu ermöglichen." All dies wird jetzt wieder zurückgenommen, Durchbrüche wieder geschlossen und die Räume neu gestrichen.

In der Halle selbst muss wenig repariert oder erneuert werden. "Die Türzargen müssen gestrichen. In den Herbstferien wird der Prallschutz erneuert, weil dort immer die Essenausgabe platziert war und der Schutz dadurch sehr verschmutzt ist." Der Hallenboden aber sei in Ordnung.

Drei Monate waren es dann bis Juli für die Herrichtung der beiden Hallen. Kieseler: "Diese Zeit benötigen wir. Da wird erst einmal der Schaden aufgenommen, und alle Aufträge über ein Volumen von 1500 Euro müssen eben ausgeschrieben werden." Dieses Verfahren nehme Zeit in Anspruch. Handwerker würden angeschrieben, die Angebote vom Hochbauamt überprüft sowie später erneut vom Rechnungsprüfungsamt, und dann erst erfolgt die Vergabe. "Alle am Verfahren beteiligten Kollegen haben mit Hochdruck gearbeitet", so Kieseler

Die Kosten für diesen Rückbau an der Schubertstraße beziffert Kieseler auf 35.000 Euro. Das muss aber nicht die Stadt Wermelskirchen bezahlen - die Kosten übernimmt das Land NRW.

Da am 31. Juli die Zeit als Erstaufnahmeeinrichtung der Räumlichkeiten in Dhünn und Dabringhausen endet, bereitet sich das Hochbauamt auch dort auf einen zügigen Rückbau vor. Kieseler: "Wir gehen derzeit davon aus, dass die Hallen frei werden. Unser Zeitplan sieht vor, dass Anfang November Vereine und Veranstalter wieder mit den Hallen planen können."

Wie die Zukunft aussieht, kann heute aber niemand sagen. Sozialdezernent Jürgen Graef: "Wir sind ab 1. August keine Stadt mit Erstaufnahmeeinrichtung mehr. Dieser Bonus fällt weg. Wir können dann jeden Tag neue Zuweisungen für die längerfristige Unterbringung aus den dann landeseigenen Erstaufnahmeeinrichtungen bekommen."

Grundsätzlich sie dies nichts Ungewöhnliches. "So war es immer mit Asylbewerbern. Ab 1. August ändert sich möglicherweise nur die Größenordnung." Ermittelt wird dies nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel. Und die Berechnungen schwanken und sind abhängig, was an Flüchtlingen über die EU-Grenzen kommt.

Linie der Stadtverwaltung ist es, dass auch bei vermehrter Zuweisung keine Hallen mehr genutzt werden sollen. "Ausschließen können wir das aber nicht." Untergebracht werden sollen die Asylbewerber dann in angemieteten Wohnungen oder Häusern, die gekauft oder gebaut werden müssen.

Quelle: RP
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