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Wermelskirchen
Verleumdungsvorwurf im Netz - Müßener schaltet Polizei ein

Wermelskirchen: Verleumdungsvorwurf im Netz - Müßener schaltet Polizei ein
Andreas Müßener ist am 5. Juni aus der AfD-Fraktion ausgetreten. FOTO: privat
Wermelskirchen. Der AfD-Politiker Andreas Müßener behauptet, dass er bei Facebook über ein Fake-Profil dazu gedrängt werden soll, sein Ratsmandat abzugeben. Polizei ermittelt. Von Sebastian Radermacher

Nach dem Austritt Andreas Müßeners aus der AfD-Fraktion am 3. Juni ist im sozialen Netzwerk Facebook eine hitzige Debatte entbrannt. Dabei geht es um die Frage, ob der AfD-Politiker nun auch sein Ratsmandat niederlegen soll. In einer E-Mail an unsere Redaktion behauptet jetzt der 31-Jährige, dass es seit seinem Fraktionsaustritt in der öffentlichen Facebook-Gruppe "Kommunalpolitik in Wermelskirchen", der 279 Mitglieder angehören, "zu gezielten und geplanten Angriffen gegen mein Einzelmandat im Stadtrat kommt".

Müßener meint, dass er dazu gedrängt werden soll, sein Ratsmandat niederzulegen. Zahlreiche Facebook-Nutzer, darunter auch Kommunalpolitiker, beteiligen sich an dieser Debatte. Eine Nutzerin schreibt dort, dass Müßener im Stadtrat "nichts geleistet" habe und "bei fast keinen Sitzungen" anwesend gewesen sei. Er solle sein Mandat "fähigen Menschen übertragen".

Der AfD-Politiker vermutet, dass das Profil dieser Nutzerin gar nicht existiere, sondern gefälscht sei. "Ich habe den Verdacht, dass jemand mich auf diese Weise aus meinem Mandat drängen will", sagt er und fügt an: "Ich denke, dass es einen politischen Hintergrund hat. Ob es sich dabei um eine Aktion der AfD Wermelskirchen handelt, kann ich nicht sagen."

Was er seltsam findet: "Die besagte Nutzerin ist erst nach meinem Austritt aus der Fraktion dieser Facebook-Gruppe beigetreten. Auf der einen Seite kritisiert sie dort, dass sie mich bei Ratssitzungen nicht gesehen hat, auf der anderen Seite sagt sie, dass sie eigentlich nicht an Politik interessiert sei", berichtet Müßener. Einige Nutzer werfen ihm "Mandatsklau" vor, andere behaupten, er leide unter "Verfolgungswahn".

Unsere Redaktion hat die besagte Nutzerin, die bei Facebook scheinbar mit nur einer weiteren Person befreundet ist, angeschrieben mit der Bitte, zu Müßeners Vorwürfen Stellung zu nehmen - bis Sonntagabend meldete sie sich nicht.

Andreas Müßener hat mittlerweile bei der Polizei Strafanzeige wegen öffentlicher Verleumdung gegen Unbekannt erstattet. "Polizei und Staatsanwaltschaft prüfen eine strafrechtliche Relevanz und ermitteln in diesem Zusammenhang", teilt Polizeisprecher Peter Raubuch mit. "Ich möchte wissen, wer dahinter steckt und so eine Intrige führt", sagt Andreas Müßener. Eine Sache stehe für ihn aber fest: "Ich werde definitiv Mitglied des Stadtrates bleiben."

Quelle: RP
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